In meinem letzten Beitrag hatte ich total vergessen, über mein Erlebnis bei Benihana zu berichten. Für Lindseys Geburtstag wünschte sie sich ein Dinner in dem japanischen Restaurant. Benihana ist eine Restaurant Kette, in der die japanische Ess- und Kochkultur perfekt auf das Amerikanische Publikum abgestimmt ist. Einige von euch haben das sicher schon mal in einer US Fernsehserie oder einem Film gesehen. Die Gäste sitzen an einem großem Tisch mit einer riesigen Herdplatte, dem sog. Hibachi, in der Mitte. Dort bereitet ein “Koch” einem live und mit großem Tam Tam sein Essen zu. Die Anführungszeichen deshalb, weil bei Benihana fast mehr Wert auf die Akrobatik als auf seine Kochkünste gelegt werden. Wie bei so vielem in USA geht es hauptsächlich um die Show. So jongliert der Koch mit Spachtel, Pfeffermühle, Soßenspender und sämtlichen Lebensmitteln, während vor den Nasen zur Gäste das Essen auf dem Tisch schmort. Auf dem Foto sieht man zB. wie der Koch Zwiebelringe zu einer Pyramide stapelt, in die Mitte Wasser und Öl schüttet, dass dann mit großem Druck verdampft und aus der Pyramide schießt. Dazu klopft der Koch mit der Spachtel auf den Herd, schiebt den dampfenden Zwiebelberg über den Tisch und imitiert eine Dampflokomotive.

Wenn ihr das so lest, dürfte es euch auch sicher nicht wunder, dass fast an jedem Tisch ein Kindergeburtstag stattfindet. Das Restaurant ist ein gutes Beispiel dafür, wo man am besten hingeht, wenn der gewöhnliche Ami mal was erleben möchte. Mit gehobener Küche hat das eher wenig zu tun. Man wird so mit Appetizern und Beilagen vollgestopft, dass man kaum das Hauptgericht genießen kann. Hauptsache der Ami wird satt. Durch die vielen Köche, Herdplatten und Geburtstagsständchen singenden Bedienungen herrscht im Restaurant nicht wirklich eine entspannte Atmosphäre. Von dem Bonus, dass die Klamotten danach genauso riechen wie das Essen, mal ganz zu schweigen. Unterhaltsam war es ja, aber ich muss es nicht noch mal haben. Da geh ich lieber zu Domo’s. Achja, wie es sich für einen Erlebnispark gehört, gabs das Gruppenfoto beim Bezahlen inklusive.

Und da im Schmelztiegel Amerikas keine Kultur sicher ist, wurde gestern Cinco de Mayo gefeiert. Mittlerweile hab ich erfahren, dass es sich bei dem Feiertag um den Mexikanischen Unabhängigkeitstag handelt. Für den Ami bedeutet das einen Tag mit Margaritas, Cervezas und mexikanischem Essen. Chip und Amira hatten uns zu einer gemütlichen Runde “Wir tun mal so, als wären wir Mexikaner” geladen. Leider startete der Abend unter keinem guten Stern, da Amira ihren Hund in die Tierklinik fahren musste. Ihr Hund wurde von einer Biene oder Wespe gestochen und reagierte mit einem allergischen Schock. Am Wochenende ein Hund zum Tierarzt zu bringen ist wahrlich nicht billig. Es kostete Amira alleine schon $75 um durch die Tür zu gehen. Allerdings war das die richtige Entscheidung, denn der Tierarzt meinte, dass der Hund hätte sterben können.
Jedenfalls vergnügten wir uns später in gemütlicher Runde mit gutem Essen und Bier. Auch ein hereinziehendes Gewitter konnte uns lediglich nach Innen scheuchen, nicht aber unsere gute Laune vertreiben.
Heute spielte ich nach langer Abstinenz mal wieder Hockey. Durch den Besuch von Timor und meinem Trip nach Sun Valley hab ich einige Sonntage verpasst. Um so motivierter war ich heute. Ich freu mich schon sehr darauf, nächsten Monat in Chicago bei einem Turnier zu spielen. Mit Schiris, Torhütern und Großfeld macht es einfach am meisten Spaß!
