The Meeting 11

Letztes Wochenende war es wieder soweit. Aspen hatte zum jährlichen Treffen der Ski- und Snowboardfilme geladen. Da Josh und Jonny dieses Jahr beim High Fives Festival in Annecy France sind, lag es an mir, in Aspen die Level 1 Fahne hochzuhalten. Da wir wie immer ein großzügiges Doppelzimmer im Limelight Hotel gestellt bekommen, lud ich meinen Kumpel Jeff ein, mitzukommen. Für ihn war es das erste mal in Aspen, ein Grund mehr, ihn einzuladen.

Am Donnerstag auf der Fahrt über den Independence Pass erwartete uns wie immer ein herbstliches Farbenspiel. Der Anblick wird wirklich nicht alt.

Leider wurde dieses Jahr das Wheeler Theater gerade renoviert, daher wurden die Filme in einem Zelt im Wagner Park gezeigt. Die Projektion und der Ton waren aber tip top. Dennoch zog das Zelt wohl nicht so beim Publikum und so zeigten wir Small World am Donnerstag Abend nur vor einem halb gefüllten Zelt.

Nach der Premiere stürzten wir uns in das übliche Getümmel aus Freibier und Party.

Der Freitag war wieder voll mit Podiumsdiskussionen über Marketing, Technik und Neuigkeiten in der Industrie. Wie immer waren die Sprecher am interessantesten, die uns etwas über den Tellerrand der Schnee-Industrie blicken lassen. Besonders Nick Tran war beeindruckend. Ich schätze mal, Nick ist etwa in meinem Alter, allerdings war er bereits Marketing Chef für die Fast Food Kette Taco Bell. Inzwischen arbeitet er als VP of Marketing für den äußerst angesagten Sockelhersteller Stance. Echt beeindruckend, was der schon alles auf die Beine gestellt hat.

Nach den Vorträgen und einer kleinen Auszeit starteten die nächsten Filme im Zelt. Nach einem italienischen Dinner und einer Pause im Whirlpool ging es wieder auf die Piste.

Am Samstag wartete wieder mein persönliches Highlight. Das Go Kart Racing. Bei herrlichem Wetter rasten wir wieder um die großräumige Piste.

Während Jeff danach den Skatepark in Aspen ausprobierte, entspannte ich wieder ein wenig im Pool. Nach einem weiteren Film, ließen wir es im japanischen Restaurant Maru ordentlich krachen. Ein alter Bekannter, Stephen, arbeitet dort hinter der Bar und so ließen wir uns von ihm ein ordentliches Menü zusammenstellen. Nicht ganz billig, aber ab und zu kann man sich sowas schon mal gönnen.

Am Sonntag ging es wieder zurück. Auf halber Strecke machten wir in Leadville halt, weil Jeff auch hier den Skatepark ausprobieren wollte. Für so ein kleines Kaff ist der Skatepark wirklich ziemlich edel. Ist mir immer noch ein Rätsel, wie die Kleinstadt das Geld dafür aufgetrieben hat. Dafür liegt die Anlage jetzt aber sehr pittoresk über der Stadt. Da hat es sogar mir in den Füßen gekribbelt.

Da Josh immer noch in Frankreich ist, war es die Woche extrem ruhig im Büro. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, meinen neuen Laptop einzurichten und jede Menge klein Kram. So vergeht schon mal ein Arbeitstag, wo man sich am Ende fragt, was man überhaupt den ganzen Tag gemacht hat. Aber das geht in üblichen Corporate Jobs wahrscheinlich fast jedem so.

Nächste Woche kommt also Uta zu Besuch. Hab noch keine konkreten Pläne, allerdings sind einige witzige Aktivitäten wie Zombie Crawl oder Witch Night an. Mal schauen, ob sich meine Schwester dafür begeistern lässt.

 

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Ja er lebt noch…

Was soll ich sagen? Eine Mischung aus Stress und Faulheit führte zu dieser ungewöhnlich langen Abwesenheit. Und so flog der gesamte Sommer völlig unkommentiert an uns vorbei. Kurz zusammen gefasst mal ein paar Highlights, an die ich mich noch erinnern kann.

Im Juni feierten Chip und Amira ihre Hochzeit. Auf einer abgelegenen Ranch etwa zwei Stunden von Denver entfernt wurde über zwei Tage ein rauschendes Fest gefeiert. Die Hochzeit war super. Super Gesellschaft, super Essen, super Location und traumhaftes Wetter.

Der Juli war mein Sportmonat. Neben meinen üblichen Aktivitäten im Feldhockey und Floorhockey hab ich mich mehrmals im Tennis und Golf versucht. In Denver gibt es zahlreiche öffentliche Tennisplätze, und so haben Jeff und ich einige Partien ausgefochten. Obwohl ich nie Tennisstunden hatte, geht es eigentlich ganz gut. Beim Golfen geht es eher so lala. Die Qualität der Schläge ist halt noch extrem unkonstant. Macht aber trotzdem richtig Spaß.

Ende Juli war ich für zwei Wochen in Deutschland. Die erste Woche verbrachte ich mit Jon und Liz in Berlin. Neben ein paar üblichen Touri Aktivitäten kümmerten wir uns besonders ums Berliner Nachtleben. Jetzt wissen wenigsten zwei meiner US Freunde was ich mein, wenn ich immer über das Nachtleben Denvers nörgele.

Morgens um 6 im Watergate

Neben einiger Feierei, war es natürlich auch schön, mit Henny, Dina, Il-Ho, Ruth ein paar alte Bekannte zu treffen.

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Nach den Berliner Tagen fuhr ich nach Schweinfurt, wo ich außer IT Support eigentlich nicht viel gemacht habe. Handys eingerichtet, Internet repariert, Drucker und Fernseher gekauft und Computer in Stand gesetzt. Nicht gerade das, was man sich unter Urlaub vorstellt. Aber wenigstens stimmt die deutsche Küche noch!

Wenigstens stand am zweiten Wochenende noch ein Highlight an. Michael Ramming hatte in Freiburg auf einer Hütte im Schwarzwald zum Sommerfest geladen. Wieder eine gute Gelegenheit, ein paar alte Freunde zu treffen. Interessantes Highlight war eine Downhillfahrt auf Cross Rollern. Anfangs etwas ungewöhnlich, aber als man sich langsam eingefahren hat, hat es echt Spaß gemacht.

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Nachdem ich Anfang August wieder in Denver ankam, ging es von 0 auf 100 an die Arbeit für unseren Film Small World. Somit war im August nicht viel sonst los. Hauptsächlich lange, lange Tage im Büro. So ist auch an meinem Geburtstag wenig passiert. Ein kleines Dinner mit einer Handvoll Freunden im Cart Driver war auch schon alles.

Einmal sind wir dann doch mal aus dem Büro rausgekommen. Als kleines Teambuilding ist das Level 1 Büro zum Downhill Mountain Biking nach Winter Park gefahren. Netterweise hat Winter Park uns die komplette Leihgebühr und Liftpässe spendiert. Ansonsten hätte der Spaß $190 gekostet. Und ganz ehrlich, Geld bezahlen würde ich dafür nicht wollen. Dazu ist mir das Downhill Biken zu krass. Das Rollerfahren im Schwarzwald war noch relativ einfach, doch das Mountain Biken ist noch mal eine andere Hausnummer. Nach zwei Abfahrten konnte ich fast nicht mehr den Lenker halten. Man wird da so durchgeschüttelt, was man besonders in den Händen, Armen und im Rücken merkt. Spaß hat es schon gemacht, aber mein Sport wird das sicherlich nicht.

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Von links, Robin Lee aus Hongkong, Stephan, Jonny Durst, Josh und ich. Robin Lee gewann vor zwei Jahren unseren Filmerunknown Wettbewerb. Und dieses Jahr hat er auf zwei Trips für uns gedreht. Deshalb haben wir in auch im Sommer nach Denver eingeflogen, damit er uns beim Schneiden hilft. Stephan war die letzten zwei Sommer unser Praktikant. Jetzt geht er an der Ostküste aufs College, aber da er sich die Jahre immer für sehr nützlich erwies, holten wir auch ihn für ein paar Wochen im Sommer ins Büro zurück. Freedle hat dieses Jahr darauf verzichtet, am Schnitt mitzuarbeiten. Er ist einfach nicht für die Arbeit am Computer gemacht. Er hat den Sommer lieber in Montana Blockhütten gebaut. Es war zwar schade, ihn den Sommer nicht hier zu haben, aber Josh, Jonny, Robin und Stephan haben sich die Schneidearbeit ganz gut aufgeteilt.

Und am 12. September war es dann endlich wieder soweit. Wie jedes Jahr ließen wir es auf der Weltpremiere in Denver richtig krachen. Trotz des ganzen Stress während dem Event, ist es immer wieder eine herrliche Belohnung, einen vollen Saal mit begeisterten Fans und Freunden zu sehen.

Letzten Woche hab ich dann noch mit Jonny die Premiere in Salt Lake City geschmissen. Und nachdem die DVD gemacht und der Film seit diesem Montag bei Vimeo on Demand erhältlich ist, ist endlich wieder etwas Ruhe im Büro eingekehrt. Hier also der Trailer unseres Werks. 

Der Film wird zwar Ende Oktober auch auf iTunes erscheinen, doch für den ersten Monat haben wir uns für den noch relativ jungen Service von Vimeo entschlossen. Den anderes als bei iTunes mit ihren Knebelverträgen wird auf die Filmemacher bei Vimeo viel mehr Rücksicht genommen. Wenn ihr also dafür sorgen wollt, dass ich weiter meine Miete bezahlen kann, dann folgt einfach dem Link des Trailers und leiht oder kauft euch den Film bei Vimeo on Demand. Danke!

Und gestern erreichte uns die sehr erfreuliche Nachricht, dass unser Film auf dem Internationalen Skifilm Festival IF3 in Montreal den Hauptpreis als Bester Film des Jahres gewonnen hat. Das ist besonders dieses Jahr schön, eine Bestätigung zu erhalten, da wir uns dieses Jahr an ein etwas anderes Konzept gewagt haben. Waren unsere Filme sonst fast immer in einzelne Fahrersegmente unterteilt, haben wir uns dieses Jahr komplett auf die Drehorte konzentriert. So tauchen die Fahrer immer wieder auf verschiedenen Trips auf, und wir rücken eher die Location als die Fahrer in den Vordergrund. Dadurch lässt sich von unserer Seite etwas freier und interessanter Arbeiten, da wir uns mehr auf das filmerische konzentrieren können und uns nicht zu sehr den unterschiedlichen Egos der Fahrer beugen müssen. Das Konzept scheint also auf zugehen.

Das waren also die letzten Monate im Schnelldurchlauf. Sonst geht alles den üblichen Gang. Denver wächst weiter unaufhaltsam. Die Immobilien und deren Preise schießen weiter durch die Decke. Mit unserem Bürokauf ging erstmal eine Weile nichts voran, weil der Verkäufer relativ lange gebraucht hat, etwas im Grundbucheintrag des Grundstücks zu klären. Aber jetzt scheint es endlich wieder Fahrt aufzunehmen, und wie es aussieht wird Josh wohl in den nächsten Woche Tinte unter den Kaufvertrag setzen. Und dann kann der Umbau starten.

Was steht die nächsten Wochen an? Anfang Oktober fahr ich wie gewohnt für ein Wochenende zum Meeting nach Aspen. Und Mitte Oktober kommt mich die Uta besuchen. Da werden wir uns ein paar schöne Tage mit Wandern, Schlemmereien und Filmen machen. Ich glaub, einige meiner Freunde sind schon ganz gespannt darauf, meine Schwester kennenzulernen.

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May showers bring June Flowers

Eigentlich heißt das Sprichwort “April showers bring May flowers”, doch wir hatten dieses Jahr eines sowas von verregneten Mai, dass die Redewendung auch so sehr gut passt. In einigen Teilen Colorados hat es im Mai bereits die Durchschnittsmenge des Jahresniederschlags übersprungen. Glücklicherweise waren es aber meistens normale Regenfälle, so dass der Staat ohne Überschwemmungen ausgekommen ist. Es hat halt einfach nur fast jeden Tag geregnet, was in Denver echt ungewöhnlich ist. Anfang Mai hat’s sogar nochmal in der Stadt geschneit. Dem entsprechend hungrig sind die Bewohner jetzt wieder auf alle möglichen Sommeraktivitäten. Man konnte einfach nix draußen planen, weil einem ständig der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Daher bestanden meine Aktivitäten im Mai hauptsächlich aus dem gewöhnlichen Wochenrhythmus.

Auf der Arbeit haben Josh und ich viel mit der Planung des Bürogebäudes verbracht. Jetzt liegt es daran, die riesige Wunschliste ins Budget zu quetschen. Mal sehen, was da am Ende noch übrig bleibt.

Und sonst gibt es als berufliches Highlight zu nennen, dass wir letzte Woche den Titel unseres neuen Films veröffentlicht haben.

Damit beginnt für mich wieder die heiße Phase der Post-Produktion. Ist jedes Jahr immer etwas gruselig, wenn ich dran denke, was für den Film alles gemacht werden muss. Unzählige grafische Anwendungen, Titel Design, Werbung, Drucksachen, Tour und und und… Ist ja aber zum Glück nicht das erste Mal. Es ist sogar schon der achte Film, bei dem ich meine Hände im Spiel habe. Damit hab ich jetzt genau die Hälfte der Level 1 Geschichte mitbestimmt. Schon irgendwie krass.

Neulich hab ich Kaitlin und Dan die europäische Sonderheit des Eurovision Song Contest näher gebracht. Hin und wieder kommt der Contest mal wieder in Gesprächen auf, wenn ich die amerikanische mit der europäischen Pop Kultur vergleiche. Und irgendwie ist es echt witzig, sich dieses Kuriositätenkabinett anzuschauen. Zu Ehren des Gastgebers Österreichs, hab ich für alle Schnitzel gekocht. Nächstes Jahr gibt’s dann also schwedische Hackbällchen.

Memorial Day

Dann war da noch das Memorial Day Weekend. Der letzte Montag im Mai ist traditionell der gesetzliche Feiertag Memorial Day zum Gedenken an die gefallenen Soldaten. Das Wochenende ist auch immer ein wenig der inoffizielle Start in den Sommer. Viele Schulen und Universitäten beenden vor dem Tag das Lehrjahr und die meisten Nationalparks und Bergpässe werden offiziell eröffnet. Viele Amis nutzen das Wochenende für Kurztrips zum Camping. Auch wir hatten überlegt, zum Zelten zu fahren, doch wie oben gesagt, war das Wetter einfach zu beschissen. Also luden Jon und Liz zu einem BBQ in der Wohnung ein. War auch sehr schön. Allerdings hab ich das Wochenende viel zu viel Dosenbier konsumiert.

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Dieses Wochenende war es dann endlich mal wieder schön und so strömten die Menschen auf die Straßen, als wären sie gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Am Sonntag lud Jon zu seinem Sinvitational ein. Dabei trafen sich einige seiner Ski-Freunde zum lässigen Jibben im Gipfel des Loveland Passes nahe A-Basin. Da liegt nämlich noch genügend Schnee. So vergnügten wir uns also den Sonntag im Schnee, bis sich Jon seine Schulter auskugelte. Blöderweise wusste niemand von uns so richtig, wie man den Arm da wieder einrenkt. Nach 30 verzweifelten Minuten gaben wir auf und Jon musste sich mit ausgekugelter Schulter einen Hang zum Auto hochschleppen. Dann fuhr ihn ein Kumpel zum Skigebiet A-Basin, das immer noch geöffnet hat. Allerdings fast die Bergwacht sowas auch nicht an. Komischerweise. Also musste Jon weiter nach Frisco in das kleine Krankenhaus. Inzwischen hatten sich seine Muskeln so verkrampft, dass selbst der Arzt die Schulter nicht einfach so einrenken konnte. Erst nachdem Jon für eine Minute betäubt wurde, entspannte sich sein Körper und der Arm flutschte wieder in seine Fassung. Während Jon also sein Abenteuer erlebte, tollte der Rest weiter im Schnee rum. Doch nach ein paar Stunden bemerkte ich, dass überhaupt keine Autos mehr den Pass überquerten. Wir dachten uns also, dass der Pass wohl wegen irgendwas geschlossen sein muss. Und wir mitten drin. Nach ein paar Stunden trafen wir auf einen Mann vom Straßendienst. Durch die steigenden Temperaturen der Mittagszeit, haben sich an einer Stelle im Pass mehrere Nasslawinen gelöst. Eine hat sogar ein vorbeifahrendes Auto von der Straße gedrückt. Der Pass war also Richtung Denver gesperrt. So mussten wir zunächst nach Keystone runter, wo wir wieder Jon einsammelten um dann, in Begleitung der Straßenwacht wieder den halben Pass hochzufahren. Denn Jon hatte dort noch sein Auto geparkt. Jetzt mussten wir wieder umdrehen und auf der anderen Talseite den ganzen Berg umkurven um wieder nach Denver zu kommen. War aber trotzdem ein lustiger Tag, und auch Jon hatte recht schnell wieder seinen Humor gefunden.

Jetzt noch ein bisschen Eigenwerbung. Vor einer Weile hab ich mal eine grafische Homage an unseren verstorbenen Level 1 Husky Luka gemacht.

Ich hab aber nie wirklich eine Anwendung dafür gefunden. Doch jetzt hab ich die Grafik dazu genutzt, mal die Website Society6.com auszuprobieren. Dort kann man seine eigene Kunst hochladen und verkaufen. Die Website regelt den Druck und Versand und man bekommt einen Anteil des Verkaufspreises. In diesem Sinne- hier geht’s zum Shop.

Seit einer Weile hab ich schon eine Idee für eine Reihe an Postern, die ich auf der Plattform gerne verkaufen würde. Bin bisher einfach noch nicht dazu gekommen, die Idee endlich mal zu verwirklichen.

Und jetzt noch ein paar Filme die ich empfehlen kann. Für Arthaus Freunde ist der polnische Film Ida ein muss! Zurecht mit einem Oscar belohnt. Für Fans gepflegter Action ist Mad Max: Fury Road ein absolutes Muss. Der Film hat mich echt von den Socken gehauen. Sonst bin ich nicht so der große Freund von plattem Popcorn Kino, doch der Film ist hat ein unfassbar gutes Produktions-Design, Kostüm und Make-Up, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Genauso wie die meisten Stunts ist in dem Film das meiste noch handgemacht. Und das merkt man einfach. Dagegen fehlt es den meisten CGI Schlachten der heutigen Actionfilme einfach an dem gewissen Extra. Und für Freunde des schwarzen Humors bietet der argentinische Film Wild Tales reichlich Grund zum Lachen. Ein hervorragend bissiger, kurioser Film in sechs Akten.

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Vermont

stratton vermont

Hinter mir liegen ein paar vollgepackte Wochen. Mitte April war ich für unser Superunknown XII Finale für 8 Tage in Vermont. Josh und ich flogen mit sechs voll gepackten Koffern nach Boston. Am Flughafen trafen wir auf unseren Filmer Jonny und unsere zehn Finalisten, die aus Kalifornien, British Columbia, Ontario, Utah, Colorado und Norwegen angereist waren. Dazu kam noch Danny Kushnarevich aus Moskau. Er hatte die Einladung als Sieger des Filmerunknown Wettbewerbs gewonnen. Nachdem wir unsere zwei Minivans und einen SUV von der Autovermietung abgeholt hatten, spielten wir erstmal ein wenig Tetris mit dem Gepäck. Es galt 13 Personen inklusive Skisäcke, Kamera Ausrüstung und Gepäck auf drei Autos zu verteilen. Anschließend ging es drei Stunden Richtung Norden zum Mount Snow, Vermont.

In Mount Snow waren wir recht angenehm im Resort eigenen Hotel untergebracht. So verbrachten wir also die nächsten acht Tage im Schnee. Das Skigebiet war bis auf das Wochenende bereits geschlossen, trotzdem war noch genügend Schnee auf den Pisten vorhanden. Gemeinsam mit der einheimischen Parkcrew mussten wir den Schnee aber erstmal in die passende Form schaufeln. Unser Tagesablauf bestand also in der Regel aus Features bauen, den restlichen Tag filmen, eventuell Abends noch mehr Features herrichten und Abends das gesammelte Filmmaterial bearbeiten. Anders als bei unseren Shootings für den Film, müssen die Aufnahmen beim Superunknown immer sofort bearbeitet werden, da wir den Event so zeitnah wie möglich unter die Leute bringen wollen. Dazu kommen natürlich noch die inzwischen üblichen, unzähligen Videos, Fotos und Artikel für die sozialen Netzwerke. Da war also echt viel zu tun. Während die Skifahrer sich Abends bei Bier, Kartenspiel und Schwimmbad vergnügten, saßen das Level 1 Team noch brav an ihren Rechnern. Zum “Glück” hatten wir auch mal zwei Regentage, an denen wir mit der Berichterstattung aufholen konnten.

An einem Abend fuhren Josh, der Fotograf Jamie und ich zum eine Stunde entfernten Haus von Josh’s Eltern. Ich hatte ja schon viel von dem Haus erzählt bekommen, aber es war natürlich schön, endlich mal das Haus selbst zu sehen. Auch die Autofahrt war schon sehr interessant. Vermont ist praktisch ein einziger hügeliger Wald. Und irgendwie sieht alles extrem alt aus. Hin und wieder lichtet sich der Wald für ein winzigen Dorf aus weiß gestrichenen Holzhäusern. Mir kam es vor, als würde jeden Moment ein Indianer oder Soldat vom Revolutionary War um die Ecke kommen.

Von Peter und Rosemary Berman wurden wir herzlich empfangen und bekocht. Ihr Haus liegt mitten im Wald am Ende einer kleinen Schotterpiste. Ziemlich abgeschieden also.

Casa del BermanDas Haus ist ursprünglich ziemlich alt, wurde aber über die Jahre von mehreren Besitzern mehrmals vergrößert. Im Kern erkennt man aber noch die alten Strukturen. Ein wenig erinnerte mich das Esszimmer an ein Freilichtmuseum.

Dining Room

Da Josh die Woche zuvor seinen Geburtstag gefeiert hatte, gab es von seinen Eltern noch eine nachträgliche Torte.

bermans bday

Nach dem gemütlichen Dinner fuhren Josh, Jamie und ich wieder durch den finsteren Wald nach Hause. Auf der Fahrt erzählte uns Josh ein paar gruselige Geschichten, die er während seinen Aufenthalten in dem Haus erlebt hatte. Also ich würde ja nicht gerne in so einem abgelegenen Haus wohnen wollen. Doch den Bermans gefällt es.

Neben den weiteren Tagen mit viel Arbeit gab es noch ein weiteres freudiges Wiedersehen für mich. Die alten Hockeyfreunde Will und Lucy leben inzwischen in Amherst, MA. Da Amherst ebenfalls nur eine Stunde entfernt ist, kamen die beiden am vorletzten Abend für ein paar Stunden zu Besuch. Wie immer war das Wiedersehen recht herzlich.

Will Lucy Schui

Und wen es interessiert, was wir die acht Tage so praktiziert haben, der sollte sich am besten die zweiteilige Berichterstattung anschauen:

Nach dem Trip war ich erstmal echt platt. Zum Glück hatten wir zwei ruhige Tage in Denver, bevor es letzten Samstag wieder zum nächsten Trip losging. So konnte ich am Freitag noch in Denver mit Freunden auf eine Party vom Musikvertrieb Beatport und auf die Release-Party eines kleinen lokalen Magazines gehen. Der Beatport Event war eher ein lockeres Feierabend Meet-and-Greet. Doch der Ausblick vom DRIVE 2 Gebäude auf dem TAXI Campus kann sich schon sehen lassen.

Denver from North West

Am Samstag fuhren Josh und ich gemeinsam mit den geladenen Ehrengästen Jon und Jeff nach Salt Lake City, Utah. Der Trip gehört für mich ja schon zur Routine. Allerdings war es sehr lustig, Jon und Jeff mit dabei zu haben. Und da wir bei Kyle übernachteten, bot uns der Trip ebenfalls ein erfreuliches Wiedersehen. Da das Wetter am Sonntag ziemlich mies war, gönnten wir uns den Tag für ein wenig Sightseeing und Bummeln. Ziemlich kurios war der Besuch beim Tempel der Mormonen. Das ist schon wirklich eine merkwürdige Religion. Man wird aber überall von überaus freundlichen Guides empfangen. Natürlich konnten wir uns die ein- oder andere blöde Frage nicht verkneifen.

mormon temple

Im äußerst kitschigen Museum wird man von einem riesigen Jesus empfangen, der einem durch Lautsprechern aus dem Hintergrund die ziemlich schräge Sichtweise der Mormonen erzählt. Da hatten wir echt schwer zu kämpfen, einigermaßen ernsthaft zu bleiben.

Mormons

Am Montag filmten wir mit zahlreichen Fahrern im Skigebiet Brighton. Allerdings gab es vom Skigebiet kaum Unterstützung und so waren wir ziemlich auf uns alleine gestellt. Das bedeutete auch, dass wir erstmal einen ordentlichen Marsch den Berg hinauf machen mussten. In Skistiefeln und mit Ski und Equipment beladen war das eine ziemliche Strapaze. Und oben angekommen, nahmen wir wieder die Schaufeln in die Hand um die Sprünge zu bauen. Mittags war ich dann schon ziemlich fertig.

Khai and Schui

Da ich aber sonst nicht wirklich viel bei dem Dreh helfen konnte, und auch Jon wieder in Denver arbeiten musste, hatten wir beide uns bereits für Montag Abend ein Flugticket zurück nach Denver besorgt. Und ich war auch echt froh, endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen. Am Dienstag war ich dann natürlich auch erstmal etwas krank. Aber mit viel Schlaf und gesundem Essen hab ich das Schlimmste wieder abwenden können. Jetzt steht erstmal für die nächste Zeit nichts besonderes an. Das nächste größere Event wird die Hochzeit von Chip und Amira. Die ist aber erst im Juni. Bis dahin genieße ich den Frühling und die alltägliche Routine in Denver.

 

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Mietbremse?

Hab ich im letzten Beitrag noch über die Wachstumsschmerzen von Denver gemeckert, hat’s mich jetzt selbst voll erwischt. Letzte Woche bekam ich eine e-Mail von meiner Hausverwaltung, dass mein Mietvertrag zum 31. Mai ausläuft. Bis dahin ist das nix Ungewöhnliches, da in den USA üblicherweise Mietverträge für Wohnungen nur für ein oder zwei Jahre abgeschlossen werden. Der Hammer ist allerdings die damit verbundene Mieterhöhung. $155 mehr soll mich also die neue Monatsmiete kosten. Das ist ein knackiger Anstieg von 18%. Zum Vergleich, nach meinem ersten Jahr in der Wohnung stieg meine Miete nur um angemessene $10 Dollar. Daran erkennt man also recht gut, wie krass sich der Bevölkerungswachstum im letzten Jahr entwickelt hat. Dazu kommt wahrscheinlich auch noch, dass meine Hausverwaltung im Januar gewechselt hat. Aber ich denke mal, dass ist nur der kleinere Teil des Anstiegs. Das kommt einem natürlich ziemlich blöd und ungerecht vor, wenn man auf einmal so viel mehr bezahlen soll, obwohl sich am Haus und der Wohnung überhaupt nichts verändert hat. Ist ja nicht so, als hätten wir auf einmal ein Schwimmbad im Keller. Da kann man schon fast neidisch werden auf die Debatte in Deutschland, eine Mietpreis-Bremse vorzuschreiben. Dazu hat es auch seine Vorteile, wenn man an einen unbefristeten Mietvertrag gebunden ist. Aber es gibt auch einen Vorteil des Amerikanischen Systems. Hier wird einem zB. nie eine Wohnung ohne Küche vermietet. Was in Deutschland ja gar nicht so unüblich ist. Und die meisten Wohnungen sind bereits mit Einbauschränken versehen, was einem ebenfalls Kosten für Möbel erspart. Man muss hier also niemals erst eine Wohnung tapezieren, streichen oder ausbauen, bevor man sie bezieht. Macht wahrscheinlich auch mehr Sinn, wenn die Mieter im Schnitt kurzfristiger in der selben Wohnung bleiben. Hat aber wiederum auch den Nachteil, dass man die Wohnung nur bedingt selbst gestalten kann. Ich dürfte in meiner Wohnung zB. nicht mal streichen. Als Fazit daraus kann man wohl sagen, dass der Ami im Schnitt eher und häufiger seinen Wohnsitz käuflich erwirbt. Was ich auch daran merke, wenn ich mich nur im eigenen Freundeskreis umschaue. Da kann ich einige Freunde in den USA nennen, die bereits eine Wohnung oder ein Haus gekauft haben. Von meinen deutschen Freunden fällt mir da eigentlich niemand ein.

Und um wieder zum Anfang zu kommen; wie es aussieht, werde ich die bittere Pille der Mieterhöhung schlucken. Ich hab einfach überhaupt keine Lust auf Wohnungssuche und einen Umzug.

Gestern bin ich auf eine Facebook Gruppe gestossen, die extrem gut zu meinem letzten Eintrag passt. In der Gruppe Denver Fugly (was für fucking ugly steht) zeigen Bewohner Denvers die Bausünden der letzten Jahre. Ziemlich viel gruseliges Zeug dabei. Schon allein das Titelbild ist das beste Beispiel. Das Gebäude ist noch nicht mal bezogen, sieht aber schon aus, wie aus Zwickau 1987.

Die Denver Post hat neulich einen passenden Kommentar zu diesem Thema veröffentlicht. In dem Artikel wird auch ein Zahlenbeispiel genannt, das den Wachstum sehr gut visualisiert:

There were approximately 10,500 residential units built within Denver’s center city from 2000 to 2009, while about 5,000 units were added to the downtown core from mid-2012 to mid-2014. That’s roughly half the total from the entire first decade of the 21st century — not including any recently completed units or projects planned for 2015 and beyond.

Zwischen 2000 und 2009 wurden ungefähr 10.500 Wohnungen im Stadtkern Denvers gebaut, während etwa 5.000 Wohnungen von Mitte 2012 bis Mitte 2014 in der Stadtmitte hinzugekommen sind. Das ist grob die Hälfte des gesamten Wachstums der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts – die kürzlich fertiggestellten und für 2015 geplanten Projekte nicht mit eingenommen.

 

Aber es gab auch erfreuliche Dinge in den letzten Tagen. Letzen Sonntag hatten Kaitlin und Anne Geburtstag. Dazu machten sich am Samstag Dan, Kaitlin, Drew, zwei Freunde aus Minnesota und ich auf den Weg in den Rocky Mountain National Park. Für den Nationalpark ist es im März natürlich noch etwas früh. Doch so war der Park, trotz herrlichem Wetter, noch nicht mit so vielen Touristen überlaufen. Und der Park kostet auch noch keinen Eintritt. Allerdings mussten wir unsere Wanderung auf halber Strecke abbrechen, weil auf dem Pfad doch noch zu viel Schnee lag. Ohne die richtige Schuhe bzw. Steighilfen wäre das ganze zu mühsam geworden. Aber wir hatten trotzdem eine schöne Wanderung. Nach dem wir im Auto noch eine Weile durch den Park gefahren sind, machten wir uns auf den Weg nach Fort Collins.

Estes Park

Nach einem Abstecher in einer der berühmten Brauereien mit “Biergarten” wurden wir von Meisterköchin Anne mit einer italienischen Festmahl verwöhnt. Mit vollem Bauch feierten wir schließlich in kleiner Runde in den Geburtstag der beiden hinein und übernachteten auch dort. War mal wieder schön, etwas Abwechslung von Denver zu bekommen. Wobei mir Fort Collins immer noch sehr komisch vorkommt. Die Stadt mit 150.000 Einwohnern fühlt sich an wie ein Dorf, da alles nur in die Breite gebaut wurde. Man hat hier unendlich viel Platz und selbst die Straßen in den Wohngebieten würde man in Denver vierspurig machen.

Anne's DinnerAnne und Kaitlin

Letzten Mittwoch hatte ich seit langer Zeit mal wieder ein Deutsch-Deutsches Zusammenkommen in Denver. Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Artikel von SZ.de über Haschkekse und Halloween, den ich hier letzten Herbst gepostet habe? Seit dem folge ich dem Journalisten Matthias Kolb auf Twitter und Instagram auf seinen Erkundungen durch die USA. Hin und wieder hatten wir auch über Twitter Kontakt aufgenommen. Da ihn seine Reise letzte Woche auch mal wieder durch Colorado führte, verabredeten wir uns zum Abendessen. So tauschten wir in einem langen, interessanten Gespräch unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen über die USA aus. In vielen Punkten waren wir gleicher Meinung aber es war natürlich auch sehr Interessant, etwas mehr über die Arbeit als Journalist im Ausland zu erfahren. Wir werden in Kontakt bleiben und vielleicht bringen Matthias die Präsidentschaft Wahlen nächstes Jahr wieder in den hart umkämpften Staat Colorado.

Mitte April hab aber auch mal wieder die Möglichkeit, eine neue Ecke des Landes kennenzulernen. Nach langer Suche haben wir endlich ein Zuhause für das Superunknown Finale gefunden. Es geht an die Ostküste nach Vermont in das Skigebiet Mount Snow. Das ist insofern noch besonders Interessant, weil Josh dort zu seinen alten Wurzeln zurückkehren wird. In seiner aktiven Zeit fuhr Josh für das Skiteam von Mount Snow und seine Eltern wohnen nur etwa eine Stunde vom Berg entfernt. Anreisen werden wir am 14. April nach Boston und bleiben dann für acht Tage in Vermont. Ich bin mal gespannt, was mich in dem Bundesstaat – berühmt für Milchwirtschaft und Ahorn-Sirup – so erwartet.

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