Champions!

 

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Letztes Wochenende hat Team Colorado bravourös den Chicago Cup 2014 gewonnen! Allerdings startete das Wochenende erstmal mit einem Schrecken. Neun Spieler waren alle für einen 17:20 Uhr Flug von Southwest Airlines gebucht. Ich war um 15 Uhr bereits zur Tür draußen und wartete auf meinen Fahrer. Der ruft mich allerdings an und teilte mir mit, dass unser Flug gestrichen wurde. Panik! Die Airline bot aber online an, den Flug umzubuchen. Doch als ich wieder in der Wohnung war und meinen Computer gestartet hatte, waren die beiden Flüge um 19 und 21 Uhr bereits voll. Ich hatte die Arschkarte gezogen, denn alle anderen hatten noch Glück und ergatterten einen Platz im letzten Flieger. Meine nächste Option wäre am nächsten Morgen um 5:45 Uhr gewesen. Das wäre aber ein Alptraum, da ich 1) keine Ahnung hatte, wie ich da morgens um 4 zum Flughafen kommen sollte 2) ich bereits ein Mietauto für das Team gebucht hatte und 3) ich das erste Spiel verpassen würde. Vom Schafmangel mal ganz zu schweigen. Also biss ich in den sauren Apfel und buchte einen Flug mit Frontier Airlines. Dadurch kam ich doch noch Freitag Abend an, konnte den Mietwagen abholen und die halbe Truppe mit zum Hotel fahren. Allerdings kamen wir alle erst um 2 Uhr morgens im Hotel an und hatten um 8 Uhr bereits unser erstes Spiel. Viel Schlaf war das also auch nicht.

Nach kurzer Nacht bestritten wir also unsere Spiele. Gespielt wurde allerdings immer nur 25 Minuten. Das hatte zwar den Vorteil, dass man gegen mehr Gegner spielen kann, allerdings waren die Spiele so kurz, dass man kaum irgendwas ausrichten konnte. So endeten alle Spiele relativ ähnlich. 1:0 gegen Chicago, 0:0 gegen Columbus, Ohio, 1:0 gegen Milwaukee und 1:1 gegen Michigan. Nach der Gruppenphase endeten wir absolut gleich mit Michigan. Weder direkter Vergleich, Torverhältnis noch geschossene Tore trennten uns. Eigentlich wäre in dem Fall ein Shootout vorgesehen, da wir aber alle nicht auf das Ende eines weiteren Spiels warten und alle Italien – England schauen wollten, einigten wir uns auf einen Münzwurf, den ich grandios für uns gewann. Also gingen wir als Gruppensieger hervor.

Am Abend wartete die Spielerparty. Dort lernte ich einen Deutschen von Team Atlanta kennen, der ursprünglich aus Wiesbaden kommt. Natürlich kannte er meine halbe ehemalige Truppe von Schott Mainz. Die gute alte Hockeyfamilie. Leider verbrachte ich die halbe Party wieder am Telefon mit Southwest Airlines. Netterweise wurde nämlich auch mein Rückflug gestrichen, nachdem ich den Hinflug um 5 Uhr morgens nicht angetreten bin. Toller Service! Nach einer nervenaufreibenden Stunde am Telefon hatte ich aber endlich wieder einen Platz an Bord des Rückflugs gesichert.

Am Sonntag begann also die KO Phase. Da die Gruppen-Letzten noch einen “Hoffnungslauf” hatten, welches unser Gruppengegner Milwaukee gewann, spielten wir auch die komplette KO Phase nur gegen unsere alten Gruppengegner. Schon schade, da ich gerne noch gegen Atlanta oder Ottawa gespielt hätte. Das Viertelfinale gewannen wir mit einem herrlichen Tor praktisch mit dem Schlusspfiff. Wieder 1:0. Das Halbfinale gewannen wir gegen Ohio ebenfalls mit 1:0 und das Finale spielten wir wieder gegen Chicago. Hier trennten wir uns 0:0. Diesmal sollte aber wirklich ein Shootout entscheiden. Mit 3:0 ging der ziemlich deutlich an uns.

 

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So wurden wir also zum stolzen Sieger gekürt. Das lässt dann auch die zu kurzen Nächte und schweren Beine vergessen. Am Flughafen durfte ich dann nochmals am Schalter meine Story erzählen, aber nach 10 Minuten wurde mir dann endlich mein Ticket ausgestellt und es ging nach Hause. Diese Woche wurde mir dann auch nach einem überraschend kurzen Telefonat mit dem Customer Service das Geld für den Hinflug zurückerstattet.

Sonst war die Woche natürlich schwer von der WM geprägt. Die meisten Spiele schau ich auf meinem zweiten Monitor im live Stream von ESPN. Das erste um 10 Uhr, dann während dem Mittagessen um 13 Uhr und dann noch eins um 16 Uhr. Wobei ich die Gurkenspiele auch schon mal ausfallen lassen muss.

Mal von der Tatsache abgesehen, dass man für fast alle Spiele einen Kabelanschluss braucht, ist die Berichterstattung echt gut. ESPN hat sich zahlreiche ehemalige Stars als Experten geangelt und die Spiele werden alle von Briten kommentiert. Zum Glück hab ich von einem Freund den Login für seinen Kabelanschluss bekommen, und so kann ich das komplette Angebot der Mediathek nutzen. Zuhause kann ich so mit AppleTV die Spiele auf meinem Fernseher in voller HD Qualität genießen. Dazu hat ESPN noch ein Art Stammtisch am Abend, wo man noch mal alles Häppchenweise serviert bekommt. Das einzige was etwas fehlt, ist ein Blick Abseits der Spiele. Man bekommt eigentlich nichts über Land und Leute mit. Es beschränkt sich komplett auf die Ereignisse in den Stadien. Aber dafür verwöhnt uns Michael Ballack mit zahlreichen Schmankerln. Warum ESPN den Mischael engagiert hat, ist mir ein Rätsel. Mit seinem gebrochenen Englisch bietet er unzählige Fremdschäm-Momente. Sein Fussball-Fachverstand bleibt da meist an der Sprachbarriere hängen. Vielleicht ist er aber auch einfach nur zur Unterhaltung angestellt.

Sportlich gesehen drücke ich natürlich Deutschland die Daumen. Wobei ich dieses Jahr auch für die USA fiebere. Die haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und das halbe Team ist ja sowieso deutsch. Würde mich mal interessieren, ob das in den Deutschen Medien auch ein Thema ist?

Und da Team USA auch recht erfolgreich ins Turnier gestartet ist, hilft das extrem der Begeisterung im Land. Wieder ein wichtiger Schritt für die Soccer-Popularität. Und jetzt hängt wohl alles an der Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft. Mal sehen, ob sich Jogi und Klinsi auf einen Nicht-Angriffspakt einigen können.

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