Der Sommerurlaub 2013

So, jetzt aber. Ich versuche es kurz zu halten, da ein ausführlicher Bericht wohl eher ein Roman werden würde. Und so was will im Internet ja niemand lesen.

Am Mittwoch den 3. Juli machte ich mich auf die Reise. Bereits im Flug von Denver nach Washington das erste Highlight. Neben mir saß die französische Profi Radfahrerin Caroline Mani. Und wie klein die Welt doch ist, teilten wir beide einen gemeinsamen Bekannten.

In Frankfurt gelandet, machte ich bei meinem ehemaligen Studienkollegen Chris einen kurzen Mittagsschlaf und gegen 17 Uhr quälten wir uns durch den Berufsverkehr in Richtung Frankfurt Hahn. Nach einer nervenaufreibenden Fahrt kamen wir doch noch rechtzeitig zum Flughafen. Dort vervollständigte sich unsere Reisetruppe. Gemeinsam mit Stefi und ihrer Mittbewohnerin Jasmin ging es nach Montpellier. Von dort ging es mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das kleine Fischerdorf Sète.

Mit unserer Ferienwohnung hatten wir einen absoluten Glückstreffer gelandet. Die Wohnung war geräumig und es schien, als seien wir die ersten Gäste gewesen zu sein. Man konnte fast meinen, die Farbe an den Wänden und Fensterläden sei noch frisch. Meine bisherigen Unterkünfte in Frankreich waren immer schon ziemlich “durchbewohnt”. Aber in unserem Appartement war wirklich alles sauber, neu und schön eingerichtet.

Grund der Reise war das Worldwide Festival. Seit nunmehr acht Jahren lädt der englische Radio-DJ Gilles Peterson seine persönlichen Lieblinge zu diesem Festival ein. Musikalisch wird dabei ein breites Spektrum von Blues, Jazz bis hin zu elektronischer Musik geboten. Wobei sich doch alle Acts fernab des Mainstreams bewegen. Daher kann man das Festival überhaupt nicht mit deutschen Festivals ala Rock im Park oder Melt vergleichen. Das Publikum war viel, viel kleiner und auch etwas erlesener. Stark vertreten waren verständlicherweise Engländer, wobei sich das fast ausschließlich auf London beschränkte. Danach folgten, etwas überraschend, Belgier und Franzosen. Deutsche waren absolut die Ausnahme. Und mit meiner Anreise aus den USA zählte ich sicherlich zu den Exoten.

Das Festival war der absolute Hammer. Super Musik, super Stimmung und wunderschöne Locations. Zwei Highlights werden mir sicherlich in Erinnerung bleiben. Das Live-Set von Mount Kimbie und der Moment am Strand, als Gilles Peterson verkündete, dass Andy Murray gerade Wimbledon gewonnen hat. Die Briten standen Kopf. Das war echt surreal.

Die Tage verliefen eigentlich immer nach dem gleichen Muster. Nach dem Aufstehen wurde erstmal gemütlich auf der Terrasse gefrühstückt. Anschließend fuhren wir mit dem Bus an den Strand. Dort wurde bis 18 Uhr zu Musik gefeiert. Danach wieder zurück in die Wohnung, frischmachen, Essen kochen und vorglühen. Zu später Stunde liefen wir dann fünf Minuten runter zum Leuchtturm, wo immer das Abendprogramm geboten wurde. Die letzten beiden Tage verbrachten wir noch zusätzlich mit Daniel und Pia. Die beiden hatte Chris letztes Jahr auf einem Designpreis in Hamburg kennengelernt und zufällig hatten sie sich auf dem Festival wiedergetroffen. Das Designer-Duo aus Herrenberg (Wieder ein Beweis der kleinen Welt) arbeitet im Interior-Design für PKW. Da gab es also auch einige interessante Gespräche.

Die Mädels mussten uns leider schon am Sonntag Mittag verlassen. Und so feierten Chris, Daniel, Pia und ich am letzten Abend leicht dezimiert. Am Montag gings wieder zurück nach Frankfurt.

Am Dienstag fuhr ich mit der Bahn nach Würzburg, wo ich vom Papa abgeholt wurde. Nach einem Mittagessen ging es schon wieder weiter nach Bayreuth. Dort wartete die konzertante Aufführung von Richard Wagners ‘Die Feen’ auf uns. Eine sehr schöne Oper und ein wirklich gelungenes Kontrastprogramm zu den Future Sounds des Worldwide Festivals. Die nächsten Tage verbrachte ich in Schweinfurt mit Erholung, Völlerei und Familienzeit.

Am Freitag machten Uta und ich einen Ausflug ins Handtal im Steigerwald. Nach kurzer Wanderung folgte natürlich wieder der Einkehrschwung mit fränkischer Küche und Wein. Am Abend traf ich mich mit guten Freunden beim Körbi in Dittelbrunn zum Grillen. Das war dann quasi das Warm-Up für den nächsten Tag. Denn am Samstag feierte mein Abiturjahrgang 10 jähriges Jubiläum. Erfreulicherweise hatten sich 80 Leute angemeldet. Das Treffen war ein voller Erfolg. So konnte man sich wieder mit alten Bekannten austauschen. Ich muss sagen, die meisten haben sich nicht viel verändert. Natürlich haben einige bereits geheiratet und/oder Nachwuchs, aber es war niemand dabei, den man überhaupt nicht mehr wiedererkannt hätte. Die Tatsache, dass rund 20 Humboldter um halb sechs Uhr früh aus dem Eastside gekehrt wurden, spricht für eine gelungene Feier.

Nach weiteren Schlemmereien der mütterlichen und fränkischen Küche ging am Montag der Heimaturlaub fast zu Ende. Doch zuvor besuchte ich noch Matze, Julia und den Sprössling Jonas in Mainz. Gemeinsam mit Il-Ho, Hunni und Kirsten verbrachte ich noch ein paar schöne Stunden an alter Wirkungsstädte. Bevor ich am Dienstag wieder in den Flieger stieg, traf ich mich auch kurz mit Toeffy. So hatte ich doch einen beachtlichen Schwung an alten Freunden wiedergetroffen. Wenn auch nur kurz.

Nach elend langer Reise kam ich endlich in Denver an. Leider war mein Koffer noch in Charlotte. Zum Glück wurde der mir aber am nächsten Tag in Büro geliefert.

Jetzt hab ich bereits wieder eine Woche Arbeit hinter mir und wir bewegen uns mit großen Schritten in Richtung Weltpremiere von Partly Cloudy. Bis dahin zehre ich noch ein wenig von meinen Erlebnissen und Eindrücken aus Sète und Deutschland. Schön war’s!

This entry was posted in News and tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.