Die … Hockey Woche

Diese Woche stand zufällig ganz im Zeichen des Hockeysports. Naja, ganz ohne Fubbes geht’s dann doch nicht. Am Montag Abend hatte ich Kaitlin und ihre Fussball begeisterten Mitbewohner, Drew, David und Dan zum Fussballstammtisch eingeladen. Mittags spielen Swansea gegen Liverpool in der Premiere League. Und da wir alle natürlich tagsüber arbeiten, hab wir alle bis Abends nicht ins Internet geschaut. Und so konnten wir dann Abends das Spiel quasi live anschauen. Vorher bekochte ich die Gäste mit Apfel-Kraut-Salat und Elk-Burgern. Der Abend war echt super, da ich endlich mal wieder in fachkundiger Runde abends Fussball schauen konnte. Sonst kommen die Spiele ja immer Vormittags, aber das ist einfach nicht das selbe, wie wenn man Abends sich mit Bier in einem Wohnzimmer versammelt. Das Spiel selbst sorgte noch dazu für gute Unterhaltung. Mit einem 2:2 konnten beide Seiten zufrieden sein.

Jetzt aber zum Hockey. Am Dienstag startete für mich wieder die Floorhockey Saison. Das erste Spiel hatte ich bereits wegen der Salt Lake City Premiere verpasst. Da ich aus Zeitgründen seit Februar eine Pause gemacht hatte, musste ich mich erst wieder krass auf die andere Spielart umstellen. Die Geschwindigkeit, Handling und der Einsatz des Körpers sind doch ziemlich anders zum Feldhockey. Ob’s jetzt nur an mir lag, weiß ich nicht, auf jeden Fall gab’s eine Klatsche. Aber nächste Woche geht’s bestimmt schon wieder besser.

Vom Floorhockey ging es am Mittwoch dann zum Eishockey. Allerdings nicht direkt. Die Colorado Avalanche hatte ihr erstes Testspiel der neuen Saison. Gemeinsam mit Kelsey und Mike schaute ich mir also das Spiel an. Da es ja nur ein Testspiel war, kamen auch dementsprechend wenig Zuschauer. Dem hätte der Verein aber locker entgegen wirken können, indem man einfach den oberen Ring der Tribünen geschlossen hätte und alle Menschen auf den untersten Ring verteilt hätte. Das wäre dann eine Win-Win Situation. Zuschauer mit billigen Karten hätten auch mal die Möglichkeit, das Spiel aus nächster Nähe zu erleben und die Stimmung wäre auch besser, da die Zuschauer nicht so in der Halle zerstreut sind. Das Spiel war aber trotzdem ganz ok. Vielleicht stellenweise noch etwas zerfahren, aber was soll’s.

Und heute stand also Feldhockey auf dem Programm. Allerdings schon wieder nicht direkt für mich. Ich war heute nämlich mal Schiedsrichter. Vor eine Weile wurde der Aufruf gestartet, dass der Verband noch ein paar Schiris für die Schulligen braucht. Ich wurde zwar schon oft gefragt, ob ich denn nicht mal eine Mannschaft trainieren wolle, aber das geht mit meinen Arbeitszeiten überhaupt nicht. Aber beim Pick-up hat mich Pieter van Ede dann persönlich überredet. Mit dem ehemaligen Olympia Vierten sollte es schon nicht so schlimm werden. Er bot mir auch an, mich abzuholen, was die Sache natürlich noch mal vereinfacht. Da es in USA ja kaum Vereinsmannschaften gibt, ist hier ja alles an Schulen gebunden. Und so treten die einzelnen Stufen der Schulen Colorados im Frühling und im Herbst in zwei Ligen gegeneinander an. Ich hatte mich also bereit erklärt, mit Pieter in zwei, drei Spielen auszuhelfen. Also machte ich heute mal um drei Uhr Schluss und wir fuhren zum Campus der Kent Highschool. Wir wurden für ein Spiel der 7. Klassen und ein Spiel der 8. Klassen eingeteilt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das wirklich Feldhockey war, was ich da gepfiffen hatte. Zum einen war der Naturrasen viel zu hoch und zum anderen das spielerische Niveau viel zu tief. Die 7. Klässlerinnen stochert also mehr oder weniger im tiefen Gras herum. Ein Knoll von 20 Mädels stolperte so über Ball, Schläger und Beine der Gegner. Bei so einem Niveau lässt man dann lieber mal mehr laufen, ansonsten müsste man alle drei Sekunden pfeifen. Die meiste Zeit waren wir eigentlich damit beschäftigt, den Kindern die Regeln zu erklären. Irgendwie hat die eine Mannschaft es dann doch geschafft, den Ball zwei mal ins gegnerische Tor zu würgen. Das Spiel erinnerte wirklich eher an Grabenkämpfe im ersten Weltkrieg.

Das zweite Spiel war dann etwas besser und erinnerte doch schon etwas mehr an Feldhockey. Allerdings machte auch diesen Mädels der tiefe Rasen zu schaffen. Wenigstens waren die Spielerinnen doch schon mehr vertraut mit den Regeln. Das Spiel endete mit einem Stolpertor für Kent. Zum Pfeifen war das echt harmlos, da alle so mit sich selbst beschäftigt waren, dass niemand die Schiris hätte kritisieren können. Und die ganzen Eltern am Spielfeld hatten glaub ich, noch weniger Plan von dem Spiel, als ihre Schützlinge.

Der Oberknaller ist allerdings, dass ich für das lockere Eierschaukeln auch noch bezahlt wurde. Pieter und ich bekamen beide einen Scheck von $77 in die Hand gedrückt. Ich glaube, so einfach hab ich noch nie Geld verdient. Wegen des Geldes hab ich das ganze gar nicht gemacht. Hätte mir auch nichts ausgemacht, dass umsonst zu pfeifen. Aber wenn man das Geld schon mal in der Hand hat, sag ich natürlich nicht nein.

Nächsten Dienstag steht dann noch ein Spiel an, und dann hat sich das ganze für mich auch schon wieder erledigt. Mal sehen, was für ein Niveau uns dann erwartet.

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