Es lebe der Sport…

Wieder zurück von den State Games in Colorado Springs. Bei sehr heißen Temperaturen galt es 4 Spiele in zwei Tagen zu bestreiten. Die Teams waren dieses Jahr extrem ausgeglichen und so endete unser Turnier mit einem Sieg, einer Niederlage und zwei Unentschieden mit einer Tordifferenz von 0. Das reichte dann aber zu Silber. Das Turnier hat wieder sehr viel Spaß gemacht und es ist immer wieder schön, wenn die Hockey-Familie Colorado’s zusammenkommt. Am Samstag wollten eigentlich der Schotte Rob, der Holländer Joost und ich bei einem Freund von Rob übernachten. Doch als sich dessen Wohnung als ehemaliges Motelzimmer mit spartanischer Einrichtung herausstellte, griffen wir doch lieber in den Geldbeutel und investierten in ein Hotelzimmer. Das war sicherlich die bessere Entscheidung, weil so jeder in einem Bett pennen konnte, und wir in Laufweite von der Innenstadt entfernt waren. Colorado Springs erinnerte mich extrem an Salt Lake City. Weite Straßen, relativ flaches Stadtbild, sauber, ausgestorben, viele Kirchen und die Berge direkt vor der Haustüre. In Springs hat wohl auch eine merkwürdige Vereinigung namens “Focus on the Family” ihren Hauptsitz. Der Club ist zum Glück aber nicht ganz so einflussreich wie die Mormonen in Salt Lake City, und so erwartete uns das gewohnte Abendprogramm. In großer Runde ging es erst zum Essen und anschließen auf Kneipentour. Auf der Tour dünnte dich unsere Truppe schnell aus und in den letzten Club schafften es nur noch das Quartett aus Erin vom Team Fort Collins, Joost und Rob vom Team Mile High und ich vom Team 5280. Neben den Kirchen ist Springs auch stark von der ansässigen US Air Force Base beeinflusst. Dem entsprechen war das Publikum in dem Laden. Wer schon mal im Megadrom in Schweinfurt war, weiß, was ich meine.

Ansonsten sind hier natürlich auch die Olympischen Spiele ein Thema. Und der allgemein, sportinteressierte Volksmund pöbelt besonders über die lausige Vorstellung des TV Senders NBC. Der Sender zeigt war alle Events im Live Stream, was ja eigentlich super ist, doch die eigentlich Hauptsendung im TV wird nicht nur von mir als Lachnummer bezichtigt. NBC verwechselt die Olympischen Spiele mit Realty TV. So wird hauptsächlich wert auf Klatsch, Tratsch und Drama gelegt. Und alle drei Minuten fällt der Name Michael Phelps. Natürlich haben ARD und ZDF auch eine nationale Brille auf, doch die NBC treibt es noch auf den Gipfel. So wird fast ausschließlich auf Schwimmen und Turnen geschaut, weil das bringt Quote und Medaillen. Und wenn mal Siegerehrungen übertragen werden, dann nur, wenn ein Ami Gold gewonnen hat. Und die Übertragung wird erst gezeigt, wenn der Bronze- und Silbergewinner schon auf dem Treppchen stehen. Wer das ist, ist ja auch reine Nebensache.

Ein weiteres “Highlight” sind die Werbeunterbrechungen während einer Halbzeit im Feldhockey! Nicht mal 35 Minuten schafft es NBC ohne den Sport mit 2 minütigen Werbeblocks zu vermiesen. Traurig.

Wenigstens haben die Amis seit gestern ein neues Amerikan Sweetheart. Missy Franklin aus einem Vorort von Denver hat dem Druck standgehalten und schwamm zu Gold. Somit wird auch mal über jemand anderen berichtet, als nur über Phelps. Und ganz witzig ist auch, dass mein Teamkollege Spencer nächste Schuljahr Missy’s Mathelehrer sein wird. Wobei selbst bei dem Thema sich NBC den Fuß geschossen hat. Wegen der Zeitverschiebung zeigt NBC zur Primetime die Highlights des Tages in Sportschau Manier. Also ohne das Ergebnis zu verraten. Das sie in ihren Werbepausen allerdings die Ergebnisse in Programmvorschauen verraten, ist wohl wirklich schwierig zu verhindern.

Ansonsten versuch ich trotz der Zeitverschiebung und Arbeit so viel es geht mitzubekommen. Leider ist das halt ziemlich schwierig, da man selbst eine Überraschung wie die 15 und 16 jährigen Schwimmerinnen in den US Medien nur in den Untiefen der Ticker-Meldungen findet. Den Rest kann ich mir nur auf SZ.de zusammensuchen.

This entry was posted in Hockey, News and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.