Ja er lebt noch…

Was soll ich sagen? Eine Mischung aus Stress und Faulheit führte zu dieser ungewöhnlich langen Abwesenheit. Und so flog der gesamte Sommer völlig unkommentiert an uns vorbei. Kurz zusammen gefasst mal ein paar Highlights, an die ich mich noch erinnern kann.

Im Juni feierten Chip und Amira ihre Hochzeit. Auf einer abgelegenen Ranch etwa zwei Stunden von Denver entfernt wurde über zwei Tage ein rauschendes Fest gefeiert. Die Hochzeit war super. Super Gesellschaft, super Essen, super Location und traumhaftes Wetter.

Der Juli war mein Sportmonat. Neben meinen üblichen Aktivitäten im Feldhockey und Floorhockey hab ich mich mehrmals im Tennis und Golf versucht. In Denver gibt es zahlreiche öffentliche Tennisplätze, und so haben Jeff und ich einige Partien ausgefochten. Obwohl ich nie Tennisstunden hatte, geht es eigentlich ganz gut. Beim Golfen geht es eher so lala. Die Qualität der Schläge ist halt noch extrem unkonstant. Macht aber trotzdem richtig Spaß.

Ende Juli war ich für zwei Wochen in Deutschland. Die erste Woche verbrachte ich mit Jon und Liz in Berlin. Neben ein paar üblichen Touri Aktivitäten kümmerten wir uns besonders ums Berliner Nachtleben. Jetzt wissen wenigsten zwei meiner US Freunde was ich mein, wenn ich immer über das Nachtleben Denvers nörgele.

Morgens um 6 im Watergate

Neben einiger Feierei, war es natürlich auch schön, mit Henny, Dina, Il-Ho, Ruth ein paar alte Bekannte zu treffen.

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Nach den Berliner Tagen fuhr ich nach Schweinfurt, wo ich außer IT Support eigentlich nicht viel gemacht habe. Handys eingerichtet, Internet repariert, Drucker und Fernseher gekauft und Computer in Stand gesetzt. Nicht gerade das, was man sich unter Urlaub vorstellt. Aber wenigstens stimmt die deutsche Küche noch!

Wenigstens stand am zweiten Wochenende noch ein Highlight an. Michael Ramming hatte in Freiburg auf einer Hütte im Schwarzwald zum Sommerfest geladen. Wieder eine gute Gelegenheit, ein paar alte Freunde zu treffen. Interessantes Highlight war eine Downhillfahrt auf Cross Rollern. Anfangs etwas ungewöhnlich, aber als man sich langsam eingefahren hat, hat es echt Spaß gemacht.

150801 Sommerfest (56 von 186)

Nachdem ich Anfang August wieder in Denver ankam, ging es von 0 auf 100 an die Arbeit für unseren Film Small World. Somit war im August nicht viel sonst los. Hauptsächlich lange, lange Tage im Büro. So ist auch an meinem Geburtstag wenig passiert. Ein kleines Dinner mit einer Handvoll Freunden im Cart Driver war auch schon alles.

Einmal sind wir dann doch mal aus dem Büro rausgekommen. Als kleines Teambuilding ist das Level 1 Büro zum Downhill Mountain Biking nach Winter Park gefahren. Netterweise hat Winter Park uns die komplette Leihgebühr und Liftpässe spendiert. Ansonsten hätte der Spaß $190 gekostet. Und ganz ehrlich, Geld bezahlen würde ich dafür nicht wollen. Dazu ist mir das Downhill Biken zu krass. Das Rollerfahren im Schwarzwald war noch relativ einfach, doch das Mountain Biken ist noch mal eine andere Hausnummer. Nach zwei Abfahrten konnte ich fast nicht mehr den Lenker halten. Man wird da so durchgeschüttelt, was man besonders in den Händen, Armen und im Rücken merkt. Spaß hat es schon gemacht, aber mein Sport wird das sicherlich nicht.

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Von links, Robin Lee aus Hongkong, Stephan, Jonny Durst, Josh und ich. Robin Lee gewann vor zwei Jahren unseren Filmerunknown Wettbewerb. Und dieses Jahr hat er auf zwei Trips für uns gedreht. Deshalb haben wir in auch im Sommer nach Denver eingeflogen, damit er uns beim Schneiden hilft. Stephan war die letzten zwei Sommer unser Praktikant. Jetzt geht er an der Ostküste aufs College, aber da er sich die Jahre immer für sehr nützlich erwies, holten wir auch ihn für ein paar Wochen im Sommer ins Büro zurück. Freedle hat dieses Jahr darauf verzichtet, am Schnitt mitzuarbeiten. Er ist einfach nicht für die Arbeit am Computer gemacht. Er hat den Sommer lieber in Montana Blockhütten gebaut. Es war zwar schade, ihn den Sommer nicht hier zu haben, aber Josh, Jonny, Robin und Stephan haben sich die Schneidearbeit ganz gut aufgeteilt.

Und am 12. September war es dann endlich wieder soweit. Wie jedes Jahr ließen wir es auf der Weltpremiere in Denver richtig krachen. Trotz des ganzen Stress während dem Event, ist es immer wieder eine herrliche Belohnung, einen vollen Saal mit begeisterten Fans und Freunden zu sehen.

Letzten Woche hab ich dann noch mit Jonny die Premiere in Salt Lake City geschmissen. Und nachdem die DVD gemacht und der Film seit diesem Montag bei Vimeo on Demand erhältlich ist, ist endlich wieder etwas Ruhe im Büro eingekehrt. Hier also der Trailer unseres Werks. 

Der Film wird zwar Ende Oktober auch auf iTunes erscheinen, doch für den ersten Monat haben wir uns für den noch relativ jungen Service von Vimeo entschlossen. Den anderes als bei iTunes mit ihren Knebelverträgen wird auf die Filmemacher bei Vimeo viel mehr Rücksicht genommen. Wenn ihr also dafür sorgen wollt, dass ich weiter meine Miete bezahlen kann, dann folgt einfach dem Link des Trailers und leiht oder kauft euch den Film bei Vimeo on Demand. Danke!

Und gestern erreichte uns die sehr erfreuliche Nachricht, dass unser Film auf dem Internationalen Skifilm Festival IF3 in Montreal den Hauptpreis als Bester Film des Jahres gewonnen hat. Das ist besonders dieses Jahr schön, eine Bestätigung zu erhalten, da wir uns dieses Jahr an ein etwas anderes Konzept gewagt haben. Waren unsere Filme sonst fast immer in einzelne Fahrersegmente unterteilt, haben wir uns dieses Jahr komplett auf die Drehorte konzentriert. So tauchen die Fahrer immer wieder auf verschiedenen Trips auf, und wir rücken eher die Location als die Fahrer in den Vordergrund. Dadurch lässt sich von unserer Seite etwas freier und interessanter Arbeiten, da wir uns mehr auf das filmerische konzentrieren können und uns nicht zu sehr den unterschiedlichen Egos der Fahrer beugen müssen. Das Konzept scheint also auf zugehen.

Das waren also die letzten Monate im Schnelldurchlauf. Sonst geht alles den üblichen Gang. Denver wächst weiter unaufhaltsam. Die Immobilien und deren Preise schießen weiter durch die Decke. Mit unserem Bürokauf ging erstmal eine Weile nichts voran, weil der Verkäufer relativ lange gebraucht hat, etwas im Grundbucheintrag des Grundstücks zu klären. Aber jetzt scheint es endlich wieder Fahrt aufzunehmen, und wie es aussieht wird Josh wohl in den nächsten Woche Tinte unter den Kaufvertrag setzen. Und dann kann der Umbau starten.

Was steht die nächsten Wochen an? Anfang Oktober fahr ich wie gewohnt für ein Wochenende zum Meeting nach Aspen. Und Mitte Oktober kommt mich die Uta besuchen. Da werden wir uns ein paar schöne Tage mit Wandern, Schlemmereien und Filmen machen. Ich glaub, einige meiner Freunde sind schon ganz gespannt darauf, meine Schwester kennenzulernen.

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