Unser neues Zuhause?

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Wie es aussieht, sind wir auf unserer Suche nach einem neuen Bürogebäude endlich fündig geworden. In der Nachbarschaft um das Künstlerviertel Santa Fe haben wir ein schnuckeliges, altes Gebäude mit großem Grundstück, für das wir im Moment einen Kaufvertrag auf dem Tisch liegen haben. Das Gebäude war wohl mal eine Werkstadt, wurde dann vom Vorbesitzer in drei Loft Wohnungen umbebaut. Und auch wir haben wieder vor es ordentlich umzubauen. Zwar würde der Platz für uns im Moment reichen, doch macht es als Investition mehr Sinn, den Kredit der Bank voll auszuschöpfen und das Gebäude durch ein zweites Stockwerk deutlich zu vergrößern. Damit können wir einen Teil des Gebäudes als Büroraum vermieten. Bei den aktuellen Mietpreisen würde der Mieter indirekt den Großteil des Kredits bezahlen. Wenn das Vertragliche in den nächsten Wochen glatt läuft, können wir uns mit einem Architekten zusammensetzten, und unser Traumbüro gestalten. Nach dem ersten Gespräch mit dem Baumeister unseres Vertrauens, haben wir auch schon eine grobe Idee, wie das ganze aussehen könnte.

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Man sieht also, dass vom eigentlichen Gebäude nicht mehr viel zu erkenne sein wird. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt, wie da noch auf uns zukommen wird. Es wird auf jeden Fall noch eine ganze Weile dauern, bis wir tatsächlich einziehen können. Dann werden wir mit einer kleinen Träne im Knopfloch unser jetziges RiNo Viertel verlassen. Was in dem Viertel gerade passiert, ist wirklich kaum zu fassen. Gerade durch unsere Suche nach einer Immobilie, waren wir in den letzten Monaten extrem sensibilisiert. Wenn man dann mit vielen Maklern und Investoren spricht, bleibt einem echt die Spucke weg. Inzwischen rufen schon Investoren aus ganz Amerika in Denver an, und fragen nach, was es mit diesem “RiNo Viertel auf sich hat”. In fünf Jahren, wird man das Viertel wohl nicht mehr wieder erkennen. Doch auch jetzt schon gibt es einige Ecken, besonders im Westen von Downtown Denver, die sich in den letzten zwei Jahren so drastisch verändert haben. Denver ist weiterhin die Top Stadt für Zuwanderer. Leider zeigen sich bei so einem rasanten Wachstum natürlich auch die Schattenseiten. Neben einem Anstieg des durchschnittlichen Mietpreisen von Wohnungen von $900 auf $1500 in nur einem Jahr sind es vor allem die schnell, billig und lieblos hochgezogenen Wohnblocks, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Architektonisch haben da leider die wenigsten Gebäude etwas zu bieten. Das meiste ist doch sehr Retorte und irgendwie sehen die meisten schon bevor dem ersten Bewohner irgendwie veraltet aus. Ein drittes Problem ist die Infrastruktur. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das Straßennetz der ansteigenden Zahl der Bevölkerung gewachsen ist. Es wird zwar auch da an vielen Ecken investiert, aber bei weitem nicht in der Geschwindigkeit wie der Bevölkerungswachstum. Es bleibt spannend, das zu beobachten.

nuggets vs warriors

Thema Wechsel. Neulich war ich mal wieder bei einem NBA Spiel. Die Nuggets hatten eines der zur Zeit besten Teams der Liga zu Gast. Die Golden State Warriors haben zur Zeit mit Steph Curry und Klay Thompson zwei Superstars in ihren Reihen. Da die Denver Nuggets diese Saison grottenschlecht spielen, kam an diesem Tag also jeder nur in die Halle um den Gegner zu sehen. Quasi so, wie es bei allen Bayern Spielen zu geht. Doch als wir in die Halle kamen, versetzte uns die Startaufstellung einen herben Dämpfer. Da die Nuggets so schlecht sind, erlaubten sich die Warriors vier Spieler ihrer Starting Five zu schonen. Sie spielten also mit ihrem B-Team. Eine ziemliche Enttäuschung für alle. Kaitlin hat sogar mit einem kleinen Jungen gesprochen, der extra aus Nebraska angereist war, um die Stars zu sehen. Da kann man halt wieder sehen, dass das Prinzip der Amerikanischen Profi-Ligen für den Sport nicht unbedingt von Vorteil sind. Bei 82 Spielen in der Saison kann man schon mal getrost Spiel 57 herschenken. Und da man ja auch nicht absteigen kann, spielen die Nuggets schon seit einigen Wochen nur noch um die goldene Ananas.

Nächstes Thema. Auf der Arbeit bin ich gerade vor allem mit unserem Talentwettbewerb Superunknown beschäftigt. Blöderweise haben wir immer noch kein Zuhause für das Finale gefunden. Dazu brauchen wir ein Resort, dass uns im April für eine Woche einen Park Shoot organisiert. Ich weiß nicht, ob man darüber etwas in Deutschland hört, aber besonders die Westküste hat im vierten Jahr in Folge einen schrecklich schneearmen Winter. Dieses Jahr ist es sogar so schlimm, dass haufenweise Skigebiete bereits im Februar und März ihre Segel streichen mussten. Es ist einfach kein Schnee da. Selbst Utah hat keinen guten Winter und so bleiben uns kaum noch Resorts übrig, die im April unseren Event veranstalten könnten. Neben Schnee brauchen wir nämlich auch noch Ressourcen und Manpower. Da bleiben nicht viele Optionen übrig. Da die Ostküste dieses Jahr aber einen Rekordwinter hatte, kann es sogar sein, dass wir in einem der kleinen Skigebiete landen werden. Mal sehen.

Generell kann man sich aber denken, dass so ein schneearmer Winter Gift für die Industrie ist. Ähnlich wie im Allgäu müssen manche Skigebiete langsam umdenken. Natürlich wird dann auch weniger Equipment gekauft, was sich auch wieder auf das gesamte Geschäft auswirkt. Nachdem es sowieso schon jedes Jahr schwieriger wird, unser Filmbudget von den Sponsoren zusammenzukratzen, wird es nächste Saison sicherlich nicht einfacher.

Ich war neulich auch erst zum dritten Mal dieses Jahr Skifahren. Zum einen fehlt mir einfach die Motivation, wenn es in Denver 25 Grad und Sonnenschein hat und die Schneeverhältnisse in Colorado auch nicht gerade berauschend sind und zum anderen bin ich extrem von den Tagestrips genervt. Wenn man am Wochenende fahren will, muss man um 5.30 früh aus Denver losfahren und am Ende steht man trotzdem wieder auf der einzigen Autobahn in die Berge im Stau. Und mit dem Bevölkerungszuwachs wird der Verkehr auch nicht weniger. Das ist aber nicht meine Idee von einem Hobby, wenn man um 5 Uhr aufstehen muss und sich die Berge hoch und runter staut. Und da man den Highway durch die Berge nicht so einfach erweitern kann, und sich auch kein Geld für einen Zug findet, wird sich daran auch nichts ändern. Ich sag immer, dass Denver erst wieder die Olympischen Winterspiele ausrichten müsste, damit für den Verkehr eine ordentliche Lösung gefunden werden kann. So spiel ich halt lieber entspannt Sonntag Nachmittags in Denver Hockey.

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Februar

“Pünktlich” ein Monat später der nächste Rückblick. Was war los in letzter Zeit?

Im Februar war das Wetter wieder typisch Colorado. Ein 30cm Schneefall wurde gefolgt von Tagen mit 24°C. Ständig wechselt das Wetter von Sommer zu Winter. Doch die letzten Tage konnte sich doch der Winter etwas festsetzten. Ist ja auch mal nicht verkehrt. Allerdings ist das nicht gerade Ideal für Hockey oder Fahrradfahren.

cap hill snow

Und wenn in Denver mal Schnee liegt, dann hab ich auch genug Motivation mal wieder zum Skifahren zu gehen. So war ich neulich mit Jeff und Hana in A-Basin. Allerdings war das noch vor dem richtig großen Schneefall in den Bergen und so war die Schneelage in A-Basin etwas dürftig. Man konnte zwar alles fahren, aber gerade die Routen waren doch ziemlich harsch. Aber egal. Ich war mal wieder einen Tag aus dem Büro, die Sonne schien und ich war mit guten Freunden unterwegs. Braucht man sich also nicht beklagen.

A-Basin Ski Fahren

Im Büro war ich wieder einige Wochen fast alleine. Josh war erst in Japan, dann in Boston. Freedle filmt die meiste Zeit in der Schweiz und Jonny war erst an der Ostküste und jetzt filmt er in Quebec. Wie immer läuft nicht alles ganz rund und besonders unzuverlässige Athleten und knausrige Sponsoren bereiten uns Kopfzerbrechen. Aber wir machen das ja nicht zum ersten Mal, und so werden wir sicherlich im September wieder ein ordentliches Produkt vorzeigen können. Ein wenig hab ich schon am Logo für den neuen Film gearbeitet, doch die meiste Zeit verbringe ich gerade wieder mit der Produktion von Merchandise. Eine riesige Order von Sweatshirts ist nach langem Hickhack endlich bei uns im Büro angekommen. Der Prozess war teilweise echt nervenaufreibend, da das Schiff mit unserer Ware wegen Stürmen nach Japan umgeleitet werden musste, dann sorgte ein Streik der Dockarbeiter für Verzögerungen, dann nervte der Zoll rum und schließlich versuchte uns ein Warenlager in California mit überzogenen Preisen abzuziehen. So waren wir alle sehr erleichtert, als Mitte Februar endlich 112 Kartons unser Büro besetzten.

neue lieferung

Bei der Bürosuche gibt es wieder nichts neues. Hin- und wieder schauen Josh und ich uns ein Gebäude an, aber meistens nur mit mässigen Erfolg. Die meisten Sachen sind zur Zeit einfach viel zu teuer. Aber dafür sieht man manchmal ganz schön abgefahrene Gebäude. Das hier hat mich irgendwie an die Molkerei Trinklein erinnert. War aber früher mal eine Druckerei.

carson press building

Dafür haben wir im aktuellen Büro jetzt neue Nachbarn. Nachdem die Kunstgalerie ja wegen den hohen Mietsteigerungen ausziehen musste, hat sich jetzt ein ziemlich merkwürdiger Nachmieter nebenan eingerichtet. Das Büro einer Art weiblichen Hindu Guru Namens Sai Maa. So ganz steigen wir da nicht durch, was da passiert. Aber das große Bild des Gurus am Eingang ist schon ziemlich merkwürdig.

nachbarn

Ansonsten ist jetzt auch wieder unser Talentwettbewerb im vollen Gange. Jetzt dürfen uns Josh, (Forrest) und ich durch 70 Videoeinreichungen wälzen. Das klingt zwar nach Spaß, ist aber nach dem zehnten Video mit praktisch immer den gleichen Sachen ziemlich ermüdend.

Superunknown

Letzte Woche hat endlich das Lokal Wurstküche von unserem Bekannten Joseph aufgemacht. Die Kneipe lässt sich vielleicht am besten als moderne Bierhalle mit einem ausgiebigen Wurstangebot beschreiben. Neben deutschen (unter anderem Schlenkerla aus Bamberg!) und belgischen Bieren werden zahlreiche Bratwürste mit verschiedensten Zutaten und belgischen Pommes serviert. Werd mich sicherlich häufiger dort aufhalten.

Wurstküche

Meine Kunstsammlung hat auch schon wieder Zuwachs bekommen. Von den Italienischen Illustrator Osvaldo Casanova hab ich den Druck “Goeffrey Hurst” erstanden. Ein absoluter Klassiker in der Deutsch-Englischen Fussballhistorie.

goeff hurst

Und wenn man schon beim Geld ausgeben ist, hab ich mir gestern einen neuen Fernseher gegönnt. Da ich ja doch sehr viele Filme und Serien zu Hause schaue, wurde mir mein alter Fernseher langsam zu klein. Also hab ich jetzt auf ein 55″ Modell aufgerüstet. Jetzt hab ich definitiv das Kinovergnügen zu Hause.

Neuer TV

 

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SZ: Die Trinkgeld-Erpressung

Wieder mal ein sehr guter Artikel von Peter Richter in der SZ über ein typisches Problem im amerikanischen Alltag. Die Trinkgeld-Erpessung. Trifft es ziemlich gut. Und ich kann alle seine Punkte nachvollziehen. Außer, dass ich als deutscher Tourist wahrgenommen werde. Aber freundlich angemault wurde ich auch schon mal, weil ich dem Barkeeper mehrmals “nur” einen Dollar dagelassen habe, nachdem er mir eine Flasche Bier auf den Tresen gestellt hat.

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Rückmeldung

Nach meinem längeren Urlaub in Deutschland meld ich mich etwas verspätet wieder zurück. Wieder einmal verbrachte ich drei angenehme Wochen mit der Familie und Freunden in der alten Heimat. In der Zeit besuchte ich München, Erfurt, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und natürlich Schweinfurt. Leider hat es mit einem geplanten Silvester in Burgberg nicht geklappt, aber dafür war sonst alles sehr angenehm. Im Urlaub ich geschätzt rund 100 Hörnchen gegessen. Auch generell ist mir aufgefallen, dass ich in Deutschland besonders die einfache, traditionelle Küche genieße, während ich in den USA viel häufiger neue oder exotische kulinarische Horizonte erforsche. Für den Urlaub hatte ich mir eine Einweg-Kamera mit Schwarz/Weiss Film besorgt. In der digitalen Zeit mit einem Überfluss an Handyfotos ist es einfach mal wieder schön diese Ungewissheit und selektive Auslese der analogen Fotografie zu erleben. Natürlich gewinnt man mit so einer Billigkamera keinen Preis bei der Photokina, aber um Qualität geht es bei den Schnappschüssen eh nicht. Und so sind auch 11 von 27 Bildern nix geworden, wobei mich aber nur zwei Fehlschüsse ärgern. Hier also mal eine kleine Auswahl.

Und was ist in den ersten paar Wochen sonst so passiert? Erstmal war es ziemlich ruhig im Büro. Nach meiner Rückkehr war Josh bereits in Japan, Freedle in British Columbia und Jonny in Finnland. Das war eigentlich ganz angenehm, denn so konnte ich mich ohne Ablenkungen gleich auf ein paar kommerzielle Projekte konzentrieren. Für K2 animierte ich einen Vor- und Abspann und für Zach’s neuen Arbeitgeber Distiller’s List erledigte ich ein paar Grafikdesign Arbeiten. Dazu kamen noch die üblichen Aufgaben für Level 1. Vor allem galt es erstmal wieder einen großen Schwung Merchandise zu entwerfen und unseren Talentwettbewerb Superunknown einzuleiten.

Während dessen verhandelte Josh von Japan aus weiter fleißig mit dem Besitzern des möglichen Bürogebäudes. Doch diese Verhandlungen kamen Anfang Januar zu einem plötzlichen Stop. Die Besitzer hatten im leerstehenden Gebäude die Heizung abgestellt. Das führte zu einem Rohrbruch im 1. Stock und so lief mehrere Tage unbemerkt Wasser vom ersten Stockwerk ins Erdgeschoss und schließlich in den Keller. Das Trockenlegen des Gebäudes kostete die Besitzer allein 50.000 Dollar. Und die Schäden wurden grob auf 200.000 Dollar geschätzt, wobei man die Schäden erst wirklich absehen kann, wenn man mit den Reparaturen anfängt. Nach diesem weitern Rückschlag gingen unsere Verhandlungen nur noch zäh voran, bis die Besitzer schließlich einen weiteren Käufer fanden, der bereit war, den vollen Preis trotz der neuen Schäden zu zahlen. Da konnten wir natürlich nicht mithalten. Wobei ich da auch irgendwie erleichtert bin. Irgendwie stand das ganze nicht unter einem guten Stern. Jetzt fangen wir also mit unserer Suche wieder bei Null an. Und die Suche wird nicht leichter, denn der Boom in Denver geht weiter. So haben selbst in den drei Wochen Urlaub drei neue Restaurants in unserer Nachbarschaft aufgemacht.

Ob der Boom mit dem sinkenden Ölpreis zusammenhängt, wage ich mal zu bezweifeln, da es in Denver ja schon seit längerem floriert. Trotzdem ist das billige Öl und Benzin hier schon ein Thema. Umgerechnet kostet hier heute der Liter Benzin schlappe 38 Eurocent! Da kommt der Norden Colorados ganz schön ins Schwanken, denn dort ist das Öl ein sehr großer Wirtschaftszweig. Den Rest des Landes freut’s natürlich.

Neben dem Öl und dem Immobilienboom ist aber besonders Amerikas Lieblingssport Football gerade das Hauptthema. Am kommenden Wochenende treten die New England Patriots gegen den Titelverteidiger Seattle Seahawks an. Für die Bewohner Denvers liest sich das ungefähr wie Pest gegen Cholera. Die Patriots sind ein langwieriger Rivale und die Seahawks hatten die Denver Broncos letztes Jahr im Finale ziemlich blamiert. So werden wir uns dieses Mal besonders auf die Werbepausen konzentrieren. Im wichtigsten TV Ereignis des Jahres trumpfen viele Marken traditionell mit besonders aufwendigen Werbespots auf.

Wenn mein Nachbar Jonnie und ich nicht gerade Football schauen, dann gehen wir wahrscheinlich ins Kino. Die Oscars werfen ihren Schatten voraus und so gibt es zur Zeit einige gute Filme zu sehen. Der Publikumsliebling American Sniper war für meinen Geschmack zwar etwas zu patriotisch, dafür war Foxcatcher ein echter Hingucker. Freunden von The Big Lebowski wird sicherlich Inherent Vice gefallen. Ich fand ihn ganz amüsant, doch die Handlung war etwas zu verwirrend. Und für Arthaus Fans kann ich die Filme Only Lovers Left Alive und Calvary empfehlen. Der nächste Film auf unserer to-do Liste ist Whiplash. Der Film über einen hochbegabten Jazz-Schlagzeuger wird bereits von allen Kritikern in den höchsten Tönen gelobt. Der Film muss aber bis nächste Woche warten, denn die nächsten Tage steht erstmal wieder die Wintersportmesse SIA an. Da gilt es den ganzen Tag von Meeting zu Meeting zu eilen und sich Abends mit der Industrie auf den Afterparties zu vergnügen.

Sportlich hat auch wieder eine neue Saison im Floor Hockey begonnen. Nach den ersten drei Spielen haben wir bereits unsere magere Ausbeute aus der vergangen Saison eingeholt. Dank neuem Torhüter und etwas mehr Glück läuft es diese Runde deutlich besser. Feldhockey lag über den Winter etwas auf Eis, da wir keine Halle finden konnten. Doch zum Glück hat der Winter sich in Denver die letzten Tage eine Auszeit genommen und so konnten wir bei 23°C letzten Sonntag endlich wieder mal draußen spielen. Aber im Winter ist es sowieso immer schwierig genügend Spieler zu finden, da es viele über die Wochenenden in die Berge zum Skifahren treibt. Fällt mir irgendwie schwer, bei den sommerlichen Temperaturen daran zu denken.

Zuletzt noch eine kleine Anekdote. Ein Kumpel aus Denver hatte zwischen den Jahren gefragt, ob wir nicht zusammen ziehen wollen. Sein Mietvertrag läuft zum Februar aus, und da überall die Mieten steigen, wollte er es in einer WG versuchen. Seine Überredungskünste hatten mich auch schon fast so weit, dass ich zugesagt hatte. Doch so ganz konnte ich mich nie von der Idee überzeugen, das Annehmlichkeiten des alleine Wohnens aufzugeben. Nach längerem Hin- und Her hab ich ihm dann doch absagen müssen. Im Grunde hätte ich es nur getan, um ihm einen Gefallen zu tun. Denn eigentlich bin ich mit meiner Wohnung und der Nachbarschaft noch sehr Zufrieden und war nicht dazu bereit, das alles aufzugeben. Jetzt ist er zwar noch ein wenig sauer auf mich, da ich meine Entscheidung so lange hinausgezögert habe, aber letztendlich ist ja doch jeder für sich selbst verantwortlich. Wird sich sicherlich bald wieder einrenken.

 

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Beethoven und Dew Tour

Vor zwei Wochen war ich mit der Clique beim Konzert der Colorado Symphony. Gespielt wurde an diesem Abend ausdrücklich Beethoven. Allerdings verpassten wir die Ouvertüre von Fidelio. Mit neun Leuten bewegt es sich natürlich etwas langsamer. Vor dem Konzert hatten wir uns bei Steph und Jared in der Wohnung getroffen. Als die Menge dann endlich in Bewegung kam, mussten wir etwas auf die Taxen warten. Und weil das noch nicht ausreichte, war an dem Abend auch noch eine Weihnachtsparade mitten durch die Innenstadt. So kamen wir ein paar Minuten zu spät ins Foyer und mussten uns den ersten Teil am Fernseher anschauen. Zum Glück wurden wir aber nach der Ouvertüre reingelassen. Natürlich glotzte der Saal zweimal verwundert. Zum einen, dass da auf einen Schlag neun Leute zu spät kommen, und dann waren wir in deren Augen quasi Teenager. Jedenfalls bot uns dann Jeffrey Kahane das Klavier Konzert Nr. 5. Nach dem Werk wurde der Pianist frenetisch mit stehenden Ovationen gefeiert. Mir fehlt da die Kenntnis um seine Leistung zu beurteilen, aber entweder war er wirklich so gut, oder das Publikum ist für jedes bisschen Hochkultur dankbar. Dank des anhaltenden Applaus, legte Kahane sogar noch eine Zugabe drauf. Nach der Pause gab’s noch den Gassenhauer der 5. Symphonie, was auch wieder sehr gut ankam. Natürlich wurde ich wieder von einer älteren Dame hinter mir gefragt, was uns denn dazu motiviert hat, ins Konzert zu gehen. Ist nicht das erste Mal, dass ich vom älteren Publikum für meine Anwesenheit in einem Konzert- oder Opernsaal gelobt worden bin. Fragt sich nur, wie alt ich erst werden muss, bis sich die Leute nicht mehr wundern.

hot possie goes symphony

v.l. Jeff, Kate, Colin, Hana, ich, Jon, Liz, Steph, Jared

Aber immerhin hat es allen meinen Freunden auch sehr gut gefallen. Für die meisten war es tatsächlich der erste Besuch bei der Colorado Symphony. Mal sehn, ob der Besuch noch mal eine Wiederholung findet.

Am letzten Wochenende war dann eher Kontrastprogramm angesagt. Wie immer Anfang Dezember macht der Dew Tour Wettkampf in Breckenridge halt. Da versammelt sich wieder die halbe Ski-Industrie im Bergdorf, was einen guten Grund gibt, um sich auch mal wieder zu zeigen. Gemeinsam mit Jon, Jeff und Owen fuhren wir am Freitag morgen nach Keystone um erstmal selbst Ski zu fahren. Zum Glück war im Skigebiet so gut wie nix los. So konnte ich ungestört im Skigebiet ein paar Runden drehen, während sich die anderen drei im Funpark vergnügten. Allerdings kann die Region noch dringend etwas mehr Schnee vertragen. Der blaue Himmel und die warmen Temperaturen machten fast den Anschein, als würde man gerade an Ostern Ski fahren. So sind auch immer noch längst nicht alle Pisten geöffnet. Aber zum Glück hat es die letzten Tage wieder etwas in den Bergen geschneit. Ansonsten wird es für die Hauptsaison echt düster.

Als wir dann am Nachmittag nach Breckenridge fahren wollten, bemerkte Owen, dass er seinen Autoschlüssel verloren hatte. Jon und ich warteten also eine Weile in Jon’s Auto, während Jeff und Owen in Nadel im Heuhaufen suchten. Natürlich vergeblich. Dieser Verlust war für Owen aber besonders bitter, da es sein einziger Schlüssel war. Nach der vergeblichen Suche und ein paar Telefonaten gab es nur eine Lösung. Ein Abschleppdienst musste erst mal den Wagen knacken, damit Jeff und Owen an ihre Sachen kamen, und dann musste Owen den Wagen nach Denver zu einer VW Werkstatt abschleppen lassen. Bei der Entfernung kommt da eine saftige Rechnung auf in zu. Das sollten jedem eine Lehre sein, immer einen Ersatzschlüssel zu haben. Nachdem Owen also versorgt war, fuhren Jeff, Jon und ich nach Breck. Nach einem kurzem Abstecher beim Rail Jam, trafen wir uns mit ein paar Freunden zum Essen. Anschließend stand die feucht fröhliche Freeskier Party auf den Programm wo wir neben Josh noch zahlreiche bekannte Gesichter antrafen.

Nachdem wir bei einem Freund von Jon in Breck übernachtet hatten, fuhren wir am Samstag noch für einen kurzen Abstecher wieder nach Keystone. Natürlich war am Wochenende etwas mehr los und so fuhren wir nach ein paar Runden schon wieder weiter nach Hause um nicht im Verkehr stecken zu bleiben. So hab ich doch wenigstens wieder im alten Jahr noch meine Saison starten können. Und dank des kostenlosen Medien-Passes des Hauptkonzerns Vail Resort, werd ich sicherlich diesen Winter noch ein paar mal ins Summit County fahren.

Im Büro geht’s wieder munter zur Sache. Josh scharrt schon seit mehreren Tagen mit den Füßen, da er endlich den Kaufvertrag für das Bürogebäude unterschreiben will. Doch der Verkäufer stellt sich bei den Verhandlungen etwas quer und so wissen wir immer noch nicht, ob das Geschäft tatsächlich stattfinden wird.

Ich bin gerade vor allem mit dem Weihnachtsgeschäft zugange. Nach dem großen Ausverkauf gilt es jetzt wieder unsere Bestände aufzufüllen. Dazu durfte ich mal wieder unseren Level 1 Wein gestalten, der an einige Geschäftspartner verschenkt wird.

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Und die restliche Zeit verbringe ich mit der Gestaltung von Angeboten für Sponsoren. In dem Rahmen haben Josh und ich die letzten Tage auch endlich mal ein Show Reel geschnitten. Mit dem Video hoffen wir auch ein paar kommerzielle Kunden an Land ziehen zu können. Das Video könnt ihr euch auf unserer neuen Website www.level1.us anschauen. Die Domain haben wir uns neulich unter den Nagel gerissen, um die kommerzielle Seite der Firma etwas von dem Freeskiing Geschäft zu trennen. Die Website hab ich heute noch schnell provisorisch zusammengeschustert. Das ist aber noch nicht die Endlösung und dient erstmal nur als Platzhalter.

So, damit geht hier schon wieder ein Jahr dem Ende entgegen. Morgen fliege ich nämlich schon für die Weihnachtszeit nach Deutschland. Bisher ist nur ein Kurztrip nach München und ein paar Tage in Burgberg geplant. Die restliche Zeit werd ich wohl in Ruhe in Schweinfurt verbringen. Ich melde mich dann wieder schriftlich im nächsten Jahr. Bis dahin, vielen Dank für’s Blog lesen, ein frohes Fest und einen guten Rutsch!

 

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