Schnee – Nie da, wo man ihn braucht

Die Ostküste Amerikas versinkt im Schnee. Teilweise fielen 70cm in einer Stunde! Das bedeutet natürlich Chaos. Dafür ist es in Denver immer noch harmlos. Es hat das letzte Wochenende zwar mal in den Bergen etwas geschneit, aber das hilft der Statistik nur wenig. Wie schon letztes Jahr, fällt der Winter hier sehr mau aus. Daher war ich auch schon lange nicht mehr Skifahren. Die letzte Hoffnung liegt im März. Der traditionell in den Rockies immer sehr schneereich ist.

Aber nicht nur Colorado leidet unter dem Schneemangel. Pünktlich ein Jahr vor dem Beginn der Winterspiele in Sotchi mussten die Veranstalter den Slopestyle Test Wettbewerb wegen Schneemangels absagen. Das hat man halt davon, wenn man die Winterspiele an einen beliebten russischen Badeort vergibt. Aber die Russen haben sowieso noch einiges zu tun. So ereilte uns letzte Woche eine Nachricht, die einem wirklich an einer reibungslosen Austragung der Spiele zweifeln lässt. Einer unserer Fahrer, Eric Pollard war letzte Woche in der Gegen um Sotchi unterwegs. Beim Fahren im Gelände erlitt er einen Beinbruch. Diese Verletzung sollte ja eigentlich zur Routine gehören. Doch die Skiregion um Sotchi scheint wohl auch mit solchen Verletzungen überfordert zu sein. So fehlte es in dem Skigebiet komplett an einer Bergrettung. Weder Hubschrauber noch Krankenwagen waren aufzutreiben. Im örtlichen “Krankenhaus” wurde es nicht besser. Komplett unterqualifizierte Ärzte versuchten mit veralteten Methoden zu helfen. Teilweise war Pollard mit Google besser beraten, als durch die anwesenden Ärzte. Man konnte ihm nicht einmal Eispakete zur Schmerzlinderung anbieten und so mussten Pollards Skikameraden mit Schnee vor der Haustür aushelfen. Natürlich hat Pollard eine vernünftige Krankenversicherung, die ihm eigentlich überall auf der Welt einen Krankentransport in die Heimat ermöglichen soll. Doch das aus Deutschland geschickte Rettungsteam wurde zunächst 48 Stunden an der Russischen Grenze wegen Visa Problemen festgehalten. Nach drei Tagen kam Pollard endlich in einem Frankfurter Krankenhaus an, und ist inzwischen nach drei Operationen auf dem Weg der Besserung. Wie soll das denn in einem Jahr ablaufen? Werden die Athleten dann in einem Rot Kreuz Zelt von Ärzte ohne Grenzen medizinisch versorgt? Das kann ja heiter werden.

Etwas erfreulicher war letzten Mittwoch Freestyle Skiing in den amerikanischen Medien vertreten. Wie ja schon gesagt, began letzte Woche der ein jährige Countdown zu den Winterspielen und so widmete sich NBC einen Tag lang den Olympischen Spielen. Deshalb waren die drei US Team Fahrer Tom Wallisch, Bobby Brown und Keri Herman in dem Morgenmagazin TODAY eingeladen. Wie zu erwarten kratzten die Interviews nur ganz knapp an der Oberfläche. Es blieb bei den üblichen Fragen, warum die Ski denn vorne und hinten nach oben gebogen sind. Und wie toll es doch sei, bei den Olympischen Spielen ihr Land vertreten zu dürfen. Immer hin wurde aber einen Rail auf dem Rockefeller Center in New York City aufgebaut, wo die drei mal kurz etwas vorführen durften. Man kann das ganze also gut mit einem Auftritt beim ZDF Fernsehgarten vergleichen.

Meine Woche war etwas mühsam. So schleppte ich mich mit Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen ins Büro. Aber jetzt ich wieder übern Berg und hab nur noch mit einem kratzigen Hals zu tun. Mal sehen, wie ich mich nachher beim Hallenhockey fühle.

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