Tage im Schnee

Viel los zur Zeit. Am Mittwoch morgen um 5 Uhr schälten wir uns also aus den Federn und fuhren Richtung Aspen Snowmass. Um 6 Uhr ging es mit Filmern, Fotografen, Fahrern und Pistenarbeitern in der Pistenraupe den Berg hinauf. Geplant war ein Shooting mit Torin Yater-Wallace in der Halfpipe. Allerdings war der Shoot sehr bizarre. Was zunächst als Level 1 Shoot verkauft wurde, endete in einer Amateur Vorstellung einer lokalen Filmproduktion und dem Video-Mann von Armada. Mit irgendwelchem Geld wurde ein Helikopter mit Cineflex-Kamera gemietet. Das Geld sollte sich aber als größte Fehlinvestition herausstellen. Außer dem Licht hat nix gepasst, den die Halfpipe war nicht groß genug für Torin und die Filmer im Heli wussten nicht wirklich, was sie wollten. Die noch unerfahrenen Jungs haben versucht, den Dreh irgendwie über’s Knie zu brechen. Sie sind irgendwie zu dieser Chance bekommen, und wollten sie auf Teufel komm raus nutzen.

Josh und ich beobachteten das Spektakel von weiter oben und mussten nur noch schmunzeln. Der ganze Shoot war ein einziger Witz. Mit vier Stunden Verspätung traf der zweite Fahrer Gus Kenworthy ein. Nach einer weiteren Session auf einem halbmäßig großen Kicker mit schlechtem Licht und überladenem Hintergrund fuhren wir wieder mit leeren Händen nach Hause. Da wir uns von dem Material aus dem Helikopter nicht viel erwarten, stempeln wir die ganze Aktion eher als Investition in die Zukunft ab. So hatten wir die Möglichkeit, mit Torin über seine Pläne zu quatschen. Es geht also darum, mit dem Nachwuchstalent eine gute Beziehung aufzubauen, die hoffentlich in den nächsten Jahren fruchtbare Ergebnisse liefern wird.

Durch den Tag auf der Piste in Aspen hatte ich extreme Lust bekommen, Ski zu fahren. Glücklicherweise wollten Mark und Drew am nächsten Tag sowieso nach Keystone fahren. Also bin ich am Donnerstag mit und so konnte ich endlich mein neues Equipment einweihen. Die Stiefel sind super. Nachdem ich zu erst befürchtet hatte, sie seien zu klein, stellten sie sich als optimal heraus. Meine Ski sind extrem spielfreudig. Ich bin es überhaupt nicht mehr gewohnt, mit einem so “kurzen” (184cm) Ski zu fahren und so kam ich mir vor wie auf Race-Carvern. Trotz des erschreckend schneearmen Winters in den Rockies hatte Keystone alle Pisten geöffnet und so konnte ich endlich mal den gesamten Berg abfahren. Es waren ideale Bedingungen für Schön-Wetter-Fahrer. Perfekt gewalzte Pisten und kaum ein Mensch unterwegs. Nicht schlecht.

Abends war ich dann noch mit Kelsey beim Avalanche Spiel. Kelsey hatte wieder eine Karte übrig und hat mich netterweise mitgenommen. Das Spiel gegen die Minnesota Wild war allerdings ziemlich mies. Wir haben mit 0-1 verloren. Das dämlichste Ergebnis für ein Eishockeyspiel. Als wir nach dem Spiel aus dem Pepsi-Center raus sind, war auch schließlich der angekündigte Blizzard angekommen. Bis Samstag sollte es über einen halben Meter schneien. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Heute morgen waren es bereits 40cm Neuschnee. Kurioserweise nur in Denver. Die Berge haben kaum etwas abbekommen. Natürlich bedeutet Schnee in Denver für uns wieder Arbeit. Gemeinsam mit Will Wesson, Parker White und Chris Logan zogen wir heute los, um zu filmen. Das Freedle und Kyle in der Welt unterwegs sind, kam der Freelancer Drew Lederer hinzu. Die Fotos schoss diesmal Chip, der auch schon in Aspen mit dabei war. Ich war eigentlich nur als Aushilfskraft dabei und hab die dritte Kamera übernommen. Zwecks Exklusivität gibt es wieder nur ein recht kryptisches Foto des Features. Heute Abend bin ich aber zu Hause geblieben. Die stressigen letzten Tage sind nicht spurlos an mir vorüber gegangen und so hab ich mich bei Josh mit einer Erkältung angesteckt. Nicht gerade ideal, wenn man den ganzen Tag in der Kälte rumsteht.

Josh, Parker und C-Lo fliegen morgen in die Schweiz. Dafür kamen gerade noch Mike Hornbeck und Erik Seo aus Salt Lake City an. Mit denen werden Drew und ich die nächsten Tage also noch den Schnee in Denver nutzen. Wobei ich am Sonntag eigentlich lieber den Superbowl anschauen würde. Nicht unbedingt wegen dem Football, aber das wäre das erste Mal, dass ich das Amerikanische Großereignis live vor Ort erleben könnte. Mal sehen, ob ich mich da mal für ein paar Stunden ausklinken kann.

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One Response to Tage im Schnee

  1. Sven says:

    Sitze hier in Frankfurt mit frischem Kaffee beim Frühstück und lese in aller Ruhe das Neueste von Schui und Level1 – way to start the day!