Tattoos, Jonnies Geburtstag und Hockey

Am Freitag zogen Mark, Molly, Abby, Kyle, Freedle und ich mal wieder um die Häuser. In der Lancer Lounge entdeckte ich einen völlig bescheuerten Aufkleber- und Tattoo-Automaten. Ich glaub das Ding finanziert sich nur durch Leute wie mich, die das Ding das erste Mal sehen und es deshalb ausprobieren müssen. 50 cent später hatte mir Mark ein tolles PBR Springbock Tattoo verpasst.

Sein Tattoo ist übrigens der Umriss des Bundesstaats Ohio. Dieses Prinzip von Tattoo sieht man in den USA sehr oft. Die Menschen lassen sich die Form ihres Staates tätowieren, indem sie geboren sind. Generell ist das in den USA eine der ersten Fragen, wenn man jemanden kennenlernt. In einem solch großen Land ist die Lebenskultur in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich, daher ist der Heimatstaat ein gern gewähltes Gesprächsthema. In Deutschland kennt man so was eigentlich nur von den Bayern.

Gestern waren wir bei Jonnie zum Geburtstag eingeladen. Jonnie arbeitet für uns im Versand auf Stundenbasis. Aber eigentlich ist er ein Filmstudent und deshalb hat er jetzt bei uns gekündigt. Bei Level 1 ist im Moment einfach keine Stelle für einen weiteren Filmer offen und mit dem Versand will er sich verständlicher weise nicht ewig zufrieden geben. Hier könnt ihr euch sein Show-Reel anschauen.
Freedle und ich fuhren etwas früher mit den Rädern zu Jonnies Bude, um mit ihm das Gold Cup Finale USA vs Mexico anzuschauen. Der Gold Cup ist quasi das Ponton zur UEFA Europameisterschaft. Mit dem Unterschied, dass es keine Sau interessiert. Man hat von dem Turnier hier so gut wie nichts mitbekommen. Da bei dem Turnier die Mannschaften aus Nord- und Lateinamerika teilnehmen, ist das Niveau halt recht dünn. Die Spiele wurden nicht mal im Kabelfernsehen gezeigt. Die Euro 2008 zB. dagegen schon. Jedenfalls boten die beiden Teams ein sehr unterhaltsames Fußballspiel. USA ging schnell mit 2:0 in Führung, um dann doch letztendlich mit 2:4 von Mexico abserviert zu werden. Beide Teams boten eine Verteidigung auf Amateurniveau. Aber da zumindest die Offensiven gut waren, hat es echt Spaß gemacht, das Spiel zu schauen. Die anschließende Geburtstagsfeier verlief ohne besondere Vorkommnisse. Außer dass das Geburtstagskind um halb 12 bereits mit Eimer im Bett lag. Ein was witziges fand ich doch: Neil hatte fantastische Birkenstock Bräunungsstreifen auf den den Füßen. Sehr stylish!

Heute stand etwas Besonderes auf dem Programm. Über Facebook hab ich die Woche Kontakt zu Hockeyspielern aus Colorado geknüpft. Und wie es der Zufall will, spielen ein paar Höckerer jeden Sonntag auf einem Sportplatz einer Schule bei mir um die Ecke Hockey. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass ich mir einen Schläger leihen kann, trafen wir uns also heute zu einem “Pick-Up Game” auf dem Sportplatz. Pick-Up bedeutet, dass alles ganz spontan abläuft. Keine Schiris, kein Ligabetrieb und die Tore sind aus zwei Hütchen gelegt. Also so, als würde man sich zum Bolzen Fünf gegen Fünf im Park treffen würde.
Die Truppe war sehr bunt gemischt. Männer und Frauen im Alter von 20-50 aus mehreren Nationen waren vertreten. Holländer, Argentinier, Australier und Amis. Das Niveau war auch sehr bunt gemischt. Es waren zwar keine Anfänger dabei, aber ansonsten war jedes Level vertreten. Leider gibt es in ganz Colorado keinen einzigen richtigen Hockeykunstrasen. So war auch dieser Platz ein Granulat gefüllter Fußballkunstrasen. Das Problem dabei ist, dass die Grashalme wesentlich länger sind. Das macht den Platz weicher. Dadurch ähnelt das Spiel fast mehr einem Naturrasenhockey. Der Ball ist sehr langsam, hoppelt und springt höher auf. Ich hatte zu Beginn doch arge Probleme, mich an den geliehenen Schläger und an den neuen Platz zu gewöhnen. Die Hitze und die lange Pause vom Hockeysport taten ihr übriges. Obwohl ich jetzt schon seit längerem zweimal die Woche joggen gehe, ist Hockey eben doch eine deutliche andere Belastung und so war ich nach einigen Sprints schon heftig am Schnaufen. Alles in allem war es aber schön, mal wieder den Schläger zu schwingen und ich werde jetzt wohl regelmäßig zum Hockeyspielen kommen. Jetzt brauch ich nur möglichst schnell meine eigenen Hockeyschläger und Schienbeinschützer. Hoffentlich finden die bald ihren Weg von Schweinfurt nach Denver. Jedenfalls bin ich jetzt hundemüde und hab mächtig schwere Beine. Aber das Gefühl ist ja eigentlich super, wenn man weiß, dass man was getan hat.

This entry was posted in News and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.