thirtytwo

Zugegebenermaßen ist ein 32. Geburtstag kein Highlight. Nach dem 30. hab ich echt das Zählen aufgehört. Aber egal. Am letzten Dienstag war es dann eben soweit. Groß gefeiert hab ich nicht. Bis zum Abend war es eigentlich ein relativ normaler Tag auf der Arbeit. Unterbrochen von zahlreichen Textnachrichten, e-Mails, Facebook Nachrichten und Anrufen. Über die hab ich mich natürlich sehr gefreut. Da es aber noch einen Film fertig zu stellen gibt, kam ich auch an meinem Geburtstag spät aus dem Büro. Dafür ging es danach aber nicht nach Hause, sondern ins Restaurant Acorn. Relativ kurzfristig hab ich entschlossen, mir im kleinsten Kreise ein Festmahl zu gönnen. Und da Jon mit seinem Büro quasi ein Nachbar von Acorn ist, konnte er auch seine Connections anwenden und uns noch einen Tisch für den Abend organisieren. So schlemmten also Jon, Liz, Freedle und ich uns durch zehn verschiedene Gerichte. Im Acorn werden hauptsächlich Speisen serviert, die zum Teilen gedacht sind. So kann man eine sehr große Auswahl an Gerichten probieren, ohne sich den Magen auspumpen zu müssen.

Unsere Menü liest sich wie folgt:

Zunächst wurde mit noblen Cocktails angestoßen. Ich hatte einen

ACROSS THE ATLANTIC
bulleit rye, bénédictine, lillet rouge, cocktail punk aromatic bitters, honey

Besonders witzig fand ich das handgeschnitzte Eis, das fast wie ein Dimple-Hockeyball aussah.

Dann wurden nach und nach die einzelnen Teller aufgetischt:

SUMMER VEGETABLES AND POTATO GNOCCHI
zucchini, snap peas, basil, parmesan broth

Extrem lecker. Die Parmesanbrühe war der Wahnsinn!

LAMB “SHAWARMA”
watermelon, feta cheese, tzatziki sauce, harissa, mint

Das Lamm war eher enttäuschend. Da war die Heidschnucke in Wolfsburg besser.

SWEET CORN RISOTTO
taleggio cheese, fresh basil

Dafür wurden wir aber sofort wieder entschädigt. Das Risotto war dermaßen lecker, da hätte ich mich am liebsten reingesetzt. Nicht gerade leichte Kost, aber so muss ein Risotto nunmal sein.

HAMACHI CRUDO
carrot, soy marinated cucumber, yuzu vinaigrette

Den rohen Yellowtail Fisch fand ich auch lecker, wobei Jon und Liz sich nur wenig dafür begeistern konnten, da die beiden gerade frisch von ihren Flitterwochen aus Japan zurückgekommen sind. Die beiden haben dort gespeist wie die Könige. Unter anderem in Michelin Stern gekrönten Sushi Restaurants. Da kann ein Fisch der bis nach Denver gekarrt wurde, natürlich nicht mithalten.

WOOD FIRED MUSSELS
house made chorizo, potatoes, espelette, white wine

Die Muscheln waren mit dem Lamm die schwächsten Gerichte. Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.

OAK GRILLED HOUSEMADE SAUSAGE
marrow bean succotash, grilled peaches

Auf Eichenholz gegrillte, hausgemachte Wurst. Das kann ja eigentlich nur gewinnen. Und tatsächlich war die knusprig gegrillte Wurst in Kombination mit ebenfalls gegrillten Pfirsich eines meiner Highlights.

OAK GRILLED SUMMER SQUASH
chanterelles, basil, tempura green beans, tomato vinaigrette

Überraschend anders als wir uns es vorgestellt haben. Sehr leicht und lecker. Genau richtig vor dem letzten Gang.

OAK GRILLED PEKING PARADISE DUCK BREAST
macadamia nuts, palisade cherries, baby eggplant, spiced yogurt, quinoa

Wenn schon, denn schon. Zum Abschluss noch eine Entenbrust mit allerlei feinen Beilagen. Endlich mal ein interessant zubereitetes Quinoa.

Aber was heißt eigentlich Abschluss. In so einem Lokal ist ein Nachtisch natürlich Pflicht.

CARAMELIZED BRIOCHE
strawberry and rhubarb, lemon buttermilk ice cream, goat cheese ice cream.

PEACHES AND CREAM
da fehlt mir leider die Beschreibung.

Der Nachtisch war noch mal ein Volltreffer. Eiscreme aus Ziegenkäse, klingt komisch, ist aber echt lecker. Und die Pfirsiche waren auf einem Bett aus Vanillekrümeln gelegen. Uiuiui.

Nach der Schlemmerei wurden wir noch von Mary-Kate und McLain in deren benachbarten Spirituosen Laden eingeladen. Acorn und Proper Pour sind alle in einer nach französischem Vorbild angelegten Markthalle The Source untergebracht. Die beiden hatten zufällig am Nachbartisch gegessen, und so holte McLain zu meinen Ehren noch einen besonderen Tropfen aus dem Schrank. Ein uralten Rum aus alten Navy Beständen. Die Flasche kostet im Laden an die $1000. Aber ob das wirklich so viel wert ist, will ich mal bezweifeln. Ich bin zwar kein Rum Experte, und er war schon recht lecker. Aber für $1000 müsste man dann schon fast Engel singen hören, wenn man den trinkt.

Nachdem es am Dienstag ja nur eine rechte kleine Gesellschaft war, wurde am Mittwoch noch mal in größerer Runde bei Josh gegrillt. Dan bekochte uns wie üblich mit Grillspieße. Und zum Abschluss gab es natürlich noch die obligatorische Torte. Der Geburtstag drehte sich also ziemlich ums Essen. Dem Alter angemessen…

Jetzt noch ein kurzer Einblick in der amerikanische Gesellschaft. Denn zur Zeit dreht sich in den Medien und Stammtischen alles um zwei Dinge. Die Unruhen in Ferguson, Missouri und die #ALSIcebucketChallenge.

Die Unruhen in Ferguson sind mal wieder ein deutlicher Beweis, dass es in den USA doch noch wesentlich gravierendere Klassenunterschiede gibt als in Deutschland. Und natürlich wird auch wieder deutlich, dass in diesem Land auch noch erhebliche Anspannung zwischen den Rassen herrscht. Im Fall von Ferguson ist allerdings noch besonders schlimm, wie die Polizei damit umgeht. Mit ehemaligen Militärgerät wird da gegen unbewaffnete Zivilisten vorgegangen, was den angeblichen “Freund und Helfer” ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Somit ist zur Zeit das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei im ganzen Land recht angespannt.

Das andere Thema ist die Icebucket Challenge. Um Spenden für die ALS Forschung zu Sammeln, schüttet man sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf und nominiert drei weitere Bekannte, entweder zu Spenden oder ebenfalls im Eiswasser zu baden. Dieses Phänomen ist mit Sicherheit das am weitesten verbreitete Internetding schlecht hin. Auch in Deutschland fangen ja nach und nach Sportler und TV Promis an, sich mit Wasser zu beschütten. Diese Idee ist zwar für einen guten Zweck, doch geht dieser Brauch langsam so was von auf die Nerven.

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