Unser neues Zuhause?

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Wie es aussieht, sind wir auf unserer Suche nach einem neuen Bürogebäude endlich fündig geworden. In der Nachbarschaft um das Künstlerviertel Santa Fe haben wir ein schnuckeliges, altes Gebäude mit großem Grundstück, für das wir im Moment einen Kaufvertrag auf dem Tisch liegen haben. Das Gebäude war wohl mal eine Werkstadt, wurde dann vom Vorbesitzer in drei Loft Wohnungen umbebaut. Und auch wir haben wieder vor es ordentlich umzubauen. Zwar würde der Platz für uns im Moment reichen, doch macht es als Investition mehr Sinn, den Kredit der Bank voll auszuschöpfen und das Gebäude durch ein zweites Stockwerk deutlich zu vergrößern. Damit können wir einen Teil des Gebäudes als Büroraum vermieten. Bei den aktuellen Mietpreisen würde der Mieter indirekt den Großteil des Kredits bezahlen. Wenn das Vertragliche in den nächsten Wochen glatt läuft, können wir uns mit einem Architekten zusammensetzten, und unser Traumbüro gestalten. Nach dem ersten Gespräch mit dem Baumeister unseres Vertrauens, haben wir auch schon eine grobe Idee, wie das ganze aussehen könnte.

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Man sieht also, dass vom eigentlichen Gebäude nicht mehr viel zu erkenne sein wird. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt, wie da noch auf uns zukommen wird. Es wird auf jeden Fall noch eine ganze Weile dauern, bis wir tatsächlich einziehen können. Dann werden wir mit einer kleinen Träne im Knopfloch unser jetziges RiNo Viertel verlassen. Was in dem Viertel gerade passiert, ist wirklich kaum zu fassen. Gerade durch unsere Suche nach einer Immobilie, waren wir in den letzten Monaten extrem sensibilisiert. Wenn man dann mit vielen Maklern und Investoren spricht, bleibt einem echt die Spucke weg. Inzwischen rufen schon Investoren aus ganz Amerika in Denver an, und fragen nach, was es mit diesem “RiNo Viertel auf sich hat”. In fünf Jahren, wird man das Viertel wohl nicht mehr wieder erkennen. Doch auch jetzt schon gibt es einige Ecken, besonders im Westen von Downtown Denver, die sich in den letzten zwei Jahren so drastisch verändert haben. Denver ist weiterhin die Top Stadt für Zuwanderer. Leider zeigen sich bei so einem rasanten Wachstum natürlich auch die Schattenseiten. Neben einem Anstieg des durchschnittlichen Mietpreisen von Wohnungen von $900 auf $1500 in nur einem Jahr sind es vor allem die schnell, billig und lieblos hochgezogenen Wohnblocks, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Architektonisch haben da leider die wenigsten Gebäude etwas zu bieten. Das meiste ist doch sehr Retorte und irgendwie sehen die meisten schon bevor dem ersten Bewohner irgendwie veraltet aus. Ein drittes Problem ist die Infrastruktur. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das Straßennetz der ansteigenden Zahl der Bevölkerung gewachsen ist. Es wird zwar auch da an vielen Ecken investiert, aber bei weitem nicht in der Geschwindigkeit wie der Bevölkerungswachstum. Es bleibt spannend, das zu beobachten.

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Thema Wechsel. Neulich war ich mal wieder bei einem NBA Spiel. Die Nuggets hatten eines der zur Zeit besten Teams der Liga zu Gast. Die Golden State Warriors haben zur Zeit mit Steph Curry und Klay Thompson zwei Superstars in ihren Reihen. Da die Denver Nuggets diese Saison grottenschlecht spielen, kam an diesem Tag also jeder nur in die Halle um den Gegner zu sehen. Quasi so, wie es bei allen Bayern Spielen zu geht. Doch als wir in die Halle kamen, versetzte uns die Startaufstellung einen herben Dämpfer. Da die Nuggets so schlecht sind, erlaubten sich die Warriors vier Spieler ihrer Starting Five zu schonen. Sie spielten also mit ihrem B-Team. Eine ziemliche Enttäuschung für alle. Kaitlin hat sogar mit einem kleinen Jungen gesprochen, der extra aus Nebraska angereist war, um die Stars zu sehen. Da kann man halt wieder sehen, dass das Prinzip der Amerikanischen Profi-Ligen für den Sport nicht unbedingt von Vorteil sind. Bei 82 Spielen in der Saison kann man schon mal getrost Spiel 57 herschenken. Und da man ja auch nicht absteigen kann, spielen die Nuggets schon seit einigen Wochen nur noch um die goldene Ananas.

Nächstes Thema. Auf der Arbeit bin ich gerade vor allem mit unserem Talentwettbewerb Superunknown beschäftigt. Blöderweise haben wir immer noch kein Zuhause für das Finale gefunden. Dazu brauchen wir ein Resort, dass uns im April für eine Woche einen Park Shoot organisiert. Ich weiß nicht, ob man darüber etwas in Deutschland hört, aber besonders die Westküste hat im vierten Jahr in Folge einen schrecklich schneearmen Winter. Dieses Jahr ist es sogar so schlimm, dass haufenweise Skigebiete bereits im Februar und März ihre Segel streichen mussten. Es ist einfach kein Schnee da. Selbst Utah hat keinen guten Winter und so bleiben uns kaum noch Resorts übrig, die im April unseren Event veranstalten könnten. Neben Schnee brauchen wir nämlich auch noch Ressourcen und Manpower. Da bleiben nicht viele Optionen übrig. Da die Ostküste dieses Jahr aber einen Rekordwinter hatte, kann es sogar sein, dass wir in einem der kleinen Skigebiete landen werden. Mal sehen.

Generell kann man sich aber denken, dass so ein schneearmer Winter Gift für die Industrie ist. Ähnlich wie im Allgäu müssen manche Skigebiete langsam umdenken. Natürlich wird dann auch weniger Equipment gekauft, was sich auch wieder auf das gesamte Geschäft auswirkt. Nachdem es sowieso schon jedes Jahr schwieriger wird, unser Filmbudget von den Sponsoren zusammenzukratzen, wird es nächste Saison sicherlich nicht einfacher.

Ich war neulich auch erst zum dritten Mal dieses Jahr Skifahren. Zum einen fehlt mir einfach die Motivation, wenn es in Denver 25 Grad und Sonnenschein hat und die Schneeverhältnisse in Colorado auch nicht gerade berauschend sind und zum anderen bin ich extrem von den Tagestrips genervt. Wenn man am Wochenende fahren will, muss man um 5.30 früh aus Denver losfahren und am Ende steht man trotzdem wieder auf der einzigen Autobahn in die Berge im Stau. Und mit dem Bevölkerungszuwachs wird der Verkehr auch nicht weniger. Das ist aber nicht meine Idee von einem Hobby, wenn man um 5 Uhr aufstehen muss und sich die Berge hoch und runter staut. Und da man den Highway durch die Berge nicht so einfach erweitern kann, und sich auch kein Geld für einen Zug findet, wird sich daran auch nichts ändern. Ich sag immer, dass Denver erst wieder die Olympischen Winterspiele ausrichten müsste, damit für den Verkehr eine ordentliche Lösung gefunden werden kann. So spiel ich halt lieber entspannt Sonntag Nachmittags in Denver Hockey.

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