Vermont

stratton vermont

Hinter mir liegen ein paar vollgepackte Wochen. Mitte April war ich für unser Superunknown XII Finale für 8 Tage in Vermont. Josh und ich flogen mit sechs voll gepackten Koffern nach Boston. Am Flughafen trafen wir auf unseren Filmer Jonny und unsere zehn Finalisten, die aus Kalifornien, British Columbia, Ontario, Utah, Colorado und Norwegen angereist waren. Dazu kam noch Danny Kushnarevich aus Moskau. Er hatte die Einladung als Sieger des Filmerunknown Wettbewerbs gewonnen. Nachdem wir unsere zwei Minivans und einen SUV von der Autovermietung abgeholt hatten, spielten wir erstmal ein wenig Tetris mit dem Gepäck. Es galt 13 Personen inklusive Skisäcke, Kamera Ausrüstung und Gepäck auf drei Autos zu verteilen. Anschließend ging es drei Stunden Richtung Norden zum Mount Snow, Vermont.

In Mount Snow waren wir recht angenehm im Resort eigenen Hotel untergebracht. So verbrachten wir also die nächsten acht Tage im Schnee. Das Skigebiet war bis auf das Wochenende bereits geschlossen, trotzdem war noch genügend Schnee auf den Pisten vorhanden. Gemeinsam mit der einheimischen Parkcrew mussten wir den Schnee aber erstmal in die passende Form schaufeln. Unser Tagesablauf bestand also in der Regel aus Features bauen, den restlichen Tag filmen, eventuell Abends noch mehr Features herrichten und Abends das gesammelte Filmmaterial bearbeiten. Anders als bei unseren Shootings für den Film, müssen die Aufnahmen beim Superunknown immer sofort bearbeitet werden, da wir den Event so zeitnah wie möglich unter die Leute bringen wollen. Dazu kommen natürlich noch die inzwischen üblichen, unzähligen Videos, Fotos und Artikel für die sozialen Netzwerke. Da war also echt viel zu tun. Während die Skifahrer sich Abends bei Bier, Kartenspiel und Schwimmbad vergnügten, saßen das Level 1 Team noch brav an ihren Rechnern. Zum “Glück” hatten wir auch mal zwei Regentage, an denen wir mit der Berichterstattung aufholen konnten.

An einem Abend fuhren Josh, der Fotograf Jamie und ich zum eine Stunde entfernten Haus von Josh’s Eltern. Ich hatte ja schon viel von dem Haus erzählt bekommen, aber es war natürlich schön, endlich mal das Haus selbst zu sehen. Auch die Autofahrt war schon sehr interessant. Vermont ist praktisch ein einziger hügeliger Wald. Und irgendwie sieht alles extrem alt aus. Hin und wieder lichtet sich der Wald für ein winzigen Dorf aus weiß gestrichenen Holzhäusern. Mir kam es vor, als würde jeden Moment ein Indianer oder Soldat vom Revolutionary War um die Ecke kommen.

Von Peter und Rosemary Berman wurden wir herzlich empfangen und bekocht. Ihr Haus liegt mitten im Wald am Ende einer kleinen Schotterpiste. Ziemlich abgeschieden also.

Casa del BermanDas Haus ist ursprünglich ziemlich alt, wurde aber über die Jahre von mehreren Besitzern mehrmals vergrößert. Im Kern erkennt man aber noch die alten Strukturen. Ein wenig erinnerte mich das Esszimmer an ein Freilichtmuseum.

Dining Room

Da Josh die Woche zuvor seinen Geburtstag gefeiert hatte, gab es von seinen Eltern noch eine nachträgliche Torte.

bermans bday

Nach dem gemütlichen Dinner fuhren Josh, Jamie und ich wieder durch den finsteren Wald nach Hause. Auf der Fahrt erzählte uns Josh ein paar gruselige Geschichten, die er während seinen Aufenthalten in dem Haus erlebt hatte. Also ich würde ja nicht gerne in so einem abgelegenen Haus wohnen wollen. Doch den Bermans gefällt es.

Neben den weiteren Tagen mit viel Arbeit gab es noch ein weiteres freudiges Wiedersehen für mich. Die alten Hockeyfreunde Will und Lucy leben inzwischen in Amherst, MA. Da Amherst ebenfalls nur eine Stunde entfernt ist, kamen die beiden am vorletzten Abend für ein paar Stunden zu Besuch. Wie immer war das Wiedersehen recht herzlich.

Will Lucy Schui

Und wen es interessiert, was wir die acht Tage so praktiziert haben, der sollte sich am besten die zweiteilige Berichterstattung anschauen:

Nach dem Trip war ich erstmal echt platt. Zum Glück hatten wir zwei ruhige Tage in Denver, bevor es letzten Samstag wieder zum nächsten Trip losging. So konnte ich am Freitag noch in Denver mit Freunden auf eine Party vom Musikvertrieb Beatport und auf die Release-Party eines kleinen lokalen Magazines gehen. Der Beatport Event war eher ein lockeres Feierabend Meet-and-Greet. Doch der Ausblick vom DRIVE 2 Gebäude auf dem TAXI Campus kann sich schon sehen lassen.

Denver from North West

Am Samstag fuhren Josh und ich gemeinsam mit den geladenen Ehrengästen Jon und Jeff nach Salt Lake City, Utah. Der Trip gehört für mich ja schon zur Routine. Allerdings war es sehr lustig, Jon und Jeff mit dabei zu haben. Und da wir bei Kyle übernachteten, bot uns der Trip ebenfalls ein erfreuliches Wiedersehen. Da das Wetter am Sonntag ziemlich mies war, gönnten wir uns den Tag für ein wenig Sightseeing und Bummeln. Ziemlich kurios war der Besuch beim Tempel der Mormonen. Das ist schon wirklich eine merkwürdige Religion. Man wird aber überall von überaus freundlichen Guides empfangen. Natürlich konnten wir uns die ein- oder andere blöde Frage nicht verkneifen.

mormon temple

Im äußerst kitschigen Museum wird man von einem riesigen Jesus empfangen, der einem durch Lautsprechern aus dem Hintergrund die ziemlich schräge Sichtweise der Mormonen erzählt. Da hatten wir echt schwer zu kämpfen, einigermaßen ernsthaft zu bleiben.

Mormons

Am Montag filmten wir mit zahlreichen Fahrern im Skigebiet Brighton. Allerdings gab es vom Skigebiet kaum Unterstützung und so waren wir ziemlich auf uns alleine gestellt. Das bedeutete auch, dass wir erstmal einen ordentlichen Marsch den Berg hinauf machen mussten. In Skistiefeln und mit Ski und Equipment beladen war das eine ziemliche Strapaze. Und oben angekommen, nahmen wir wieder die Schaufeln in die Hand um die Sprünge zu bauen. Mittags war ich dann schon ziemlich fertig.

Khai and Schui

Da ich aber sonst nicht wirklich viel bei dem Dreh helfen konnte, und auch Jon wieder in Denver arbeiten musste, hatten wir beide uns bereits für Montag Abend ein Flugticket zurück nach Denver besorgt. Und ich war auch echt froh, endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen. Am Dienstag war ich dann natürlich auch erstmal etwas krank. Aber mit viel Schlaf und gesundem Essen hab ich das Schlimmste wieder abwenden können. Jetzt steht erstmal für die nächste Zeit nichts besonderes an. Das nächste größere Event wird die Hochzeit von Chip und Amira. Die ist aber erst im Juni. Bis dahin genieße ich den Frühling und die alltägliche Routine in Denver.

 

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